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„Neu entdeckt: Georg Greve-Lindau“

veröffentlicht am 10.02.2026 | Lesezeit: ca. 2 Min. | von Ludwig Märthesheimer

Georg Greve-Lindau: Reiter am Fluss, o. J.

Georg Greve-Lindau: Reiter am Fluss, o. J., Foto © Erich Malter

Die Kunstszene Erlangens zu Beginn des 20. Jahrhunderts wäre ohne ihn ärmer gewesen – und doch geriet Georg Greve-Lindau lange Zeit in Vergessenheit. Mit der Ausstellung „Neu entdeckt: Georg Greve-Lindau“ rückt das Stadtmuseum Erlangen nun einen Künstler ins Licht, der zwischen 1906 und 1910 in Schallershof und Tennenlohe lebte und arbeitete. In zahlreichen Ölgemälden und Radierungen hielt er seine Eindrücke aus dieser fränkischen Zeit fest: Landschaften der Umgebung, Interieurs sowie Porträts von Familienangehörigen und Freunden.

Nach Franken gelangte Greve-Lindau auf Anregung seines Künstlerfreundes Adolf Schinnerer, der in der Region bereits etabliert war. Beide kannten sich aus ihrer gemeinsamen Ausbildungszeit in München und Karlsruhe und waren zudem familiär miteinander verbunden. Die ländliche Abgeschiedenheit erhofften sie sich als künstlerischen Resonanzraum – ein Anspruch, der sich insbesondere für Greve-Lindau als fruchtbar erwies.

Über die Erlanger Jahre hinaus gibt die Ausstellung Einblick in ein Leben, das von Brüchen und Neuansätzen geprägt war, und in ein Œuvre von bemerkenswerter stilistischer Vielfalt. Vom Realismus der frühen Arbeiten über den impressionistischen Höhepunkt vor dem Ersten Weltkrieg – Greve-Lindau war Villa-Romana-Preisträger – bis hin zu expressionistischen Tendenzen spannt sich der Bogen seines Schaffens. Die präsentierten Werke belegen eine kontinuierliche Auseinandersetzung mit den künstlerischen Strömungen der Zeit und lassen die Qualität eines Malers erkennen, dessen Vergessenheit kaum gerechtfertigt erscheint. Die Ausstellung versteht sich damit nicht nur als regionale Spurensuche, sondern als überfällige kunsthistorische Neubewertung eines eigenständigen künstlerischen Werks.

„Neu entdeckt: Georg Greve-Lindau“ ist noch bis zum 12. April 2026 im Stadtmuseum Erlangen zu sehen. Weitere Informationen unter www.stadtmuseum-erlangen.de.

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