Als der Fürther Wilhelm Hecht sein Fotoalbum anlegte, hielt er darin weit mehr fest als die Orte, an denen er während des Ersten Weltkriegs eingesetzt war: Er dokumentierte seinen Kriegsalltag mit der Kamera und bewahrte darin auch Erinnerungen an die Menschen, mit denen er die Jahre des Krieges verbrachte. Viele von ihnen kannte er bereits aus der Zeit vor 1914 – darunter auch Max Erhard, der Bruder des späteren Bundeswirtschaftsministers und Bundeskanzlers Ludwig Erhard. Bis zu seinem Tod blieb Max Erhard Hechts Freund und direkter Vorgesetzter. Hecht war seit 1913 aktiver Soldat und erlebte den Ersten Weltkrieg vom Beginn bis zu seinem Ende. Seine Fotografien führen uns deshalb durch die gesamte Kriegszeit: Sie zeigen die Einsatzorte seines Regiments ebenso wie den militärischen Alltag hinter der Front, gemeinsame Unternehmungen und gesellige Momente.
Doch Hecht beließ es nicht bei Fotografien. Er sammelte und bewahrte Briefe, Dokumente, Fundstücke, Souvenirs und fügte sie seinem Album hinzu. So entstand über die Jahre eine ganz persönliche Collage aus Bildern und Erinnerungsstücken – ein einzigartiges Zeugnis, das uns heute einen unmittelbaren Einblick in die Lebenswelt eines Fürther Soldaten im Ersten Weltkrieg ermöglicht. Diese Zeitreise namens "Mit der Kamera im 1. Weltkrieg" ist seit Mitte Oktober bei freiem Eintritt im Foyer des Ludwig Erhard Zentrum in Fürth zu sehen.