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The Miracle Club

veröffentlicht am 17.10.2026 | Lesezeit: ca. 2 Min. | von DP Redaktion

The Miracle Club

The Miracle Club, Foto © Setfotograf Jonathan Hession

Kinostart: 17.12.; Regie: Thaddeus O'Sullivan;
Besetzung: Maggie Smith, Laura Linney, Kathy Bates

Drei Jahre hat das irische Melodrama für den Weg in die deutschen Kinos gebraucht. Maggie Smith, die im September 2024 starb, ist darin in ihrer letzten Filmrolle zu sehen. Gemeinsam mit Kathy Bates, Laura Linney und Agnes O’Casey macht sich die britische Schauspiel-Ikone von Dublin auf den Weg nach Lourdes. Dieses Quartett macht neugierig auf die Pilgerfahrt. Cineastische Wunder sollte man allerdings nicht erwarten. Dublin 1967. Chrissie ist zur Beerdigung ihrer Mutter zurückgekehrt, die ihr einen Gutschein für die Pilgerreise hinterlassen. Gemeinsam mit anderen Frauen aus dem Dorf geht es ab nach Lourdes. Reibung wäre reichlich vorhanden: alte Verletzungen und unausgesprochene Konflikte auf engem Raum.
Doch das Drehbuch greift lieber in die Klischeekiste einer Seifenoper. Überraschungen bleiben ebenso rar wie echte Wendungen. Bereits die Busreise wird zur dramaturgischen Leerfahrt. Alle entscheidenden Figuren sitzen zusammen, nur der Film weiß mit ihnen kaum etwas anzufangen. Wo die Geschichte Potenzial verschenkt, springt das Ensemble ein. Bates, Linney und O’Casey geben ihren Figuren mehr Kontur, als ihnen die Vorlage mitgibt. Maggie Smith braucht dafür kaum mehr als einen Blick. Ein kurzes Zögern, eine kleine Veränderung im Gesicht, und Lily erzählt mehr über sich als mancher Dialog. Härte, Trauer und trockener Humor liegen bei Smith dicht beieinander. Umso unnötiger wirkt die sentimentale Musik, die kaum eine Gefühlslage unkommentiert lässt. Trauer, Hoffnung, Versöhnung: Die Streicher sind stets schon da. Und das Wunder? Ein Lourdes-Film kann schlecht ganz darauf verzichten. Selbst hier nimmt die Geschichte keine überraschende Abzweigung. Lebendig wird der Film nur dann, wenn er seinen Darstellerinnen Raum lässt: ein Blick über den Tisch, eine knappe Reaktion, ein trockener Satz. Davon hätte diese Pilgerfahrt mehr vertragen können. Das Drehbuch kann seine Krücken bis zum Schluss nicht abwerfen. Echte Kinomagie immerhin kommt von einer alten Dame namens Maggie.
Dieter Oßwald

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