„Der Barmann des Ritz“ von Philippe Collin, Insel, 447 S., 15 Euro
1940 wird Paris von den Nazis eingenommen. Ritz-Barmann Frank Meier und andere, deren Lebensmittelpunkt als Angestellte oder Gäste das weltberühmte Hotel ist, erleben die nächsten vier Jahre zwischen Glanz und Grauen – und zahlreichen Fronten. Frank, insgeheim ein österreichischer Jude, wird immer wieder von Moral und Gefühlen getestet, während er den Offizieren der Deutschen Drinks mischt. Der 1975 geborene Autor Philipp Collin greift auf ein historisch-verbrieftes, lediglich fiktionalisiertes Personal zurück, und auf das teuerste Schneckenhaus von ganz Paris. Diese Perspektive macht seinen Roman über den Krieg und die Besatzungszeit so lesenswert.
Christian Endres