„Das Herz im Winter“ von Kevin Barry, Liebeskind, 216 S., 23 Euro
Kevin Barry ist ein Ausnahmeschriftsteller, jedes seiner Bücher eine Wundertüte. Der Ire hat auf brillante Weise über John Lennon, die dunkle Stadt Bohane sowie alternde Gangster geschrieben. Im Mittelpunkt seines Westerns steht nun der irische Balladendichter und Liebesbriefschreiber Tom Rourke, 1891 in einer Goldgräberstadt in Montana. Drinks und Dope machen den Jungen kaputt, während um ihn alle Glück, Liebe suchen, genauso kaputt sind. Dann brennt Rourke mit der Ehefrau eines anderen durch, Kopfgeldjäger auf den Fersen. Barry schreibt für Western-Fans, aber auch für alle, die Prosa wie Poesie genießen. Mal mitfühlend, mal derb. Immer grandios.
Christian Endres