Kinos

Filmhaus Nürnberg

veröffentlicht am 19.08.2026 | Lesezeit: ca. 4 Min. | von DP Redaktion

Berlin Kills Me

Berlin Kills Me, Foto © Kinostar Filmverleih

Im Herbst hat das Filmhaus Nürnberg einiges zu bieten, wenn es darum geht, die nasse Jahreszeit lieber im Trockenen und obendrein noch gut unterhalten zu verbringen:

Mit Rouben Mamoulian widmen wir uns im September einem der talentiertesten und vielseitigsten Regisseure des klassischen Hollywoodkinos. Bei einer Auswahl von neun Filmen, die zum Teil noch nie in Nürnberg im Kino zu sehen waren, demonstrieren Klassiker wie Dr. Jekyll und Mr Hyde aber auch Mamoulians Musical-, Melodram- und biographischen Filme die enorme künstlerische Bandbreite dieses Pioniers der Technik und des Stils – ganz zu schweigen von der geballten Starpower, die hier durch Greta Garbo, Marlene Dietrich und viele Hollywoodgrößen mehr zu erleben ist.
Von Wim Wenders wurden sie als „das Gedächtnis des Kinos“ bezeichnet, im Filmhaus Nürnberg übernehmen sie im Rahmen einer Carte blanche drei Abende lang das Programm: Erika und Ulrich Gregor, Mitbegründer*innen unter anderem des Berliner Arsenal Filminstituts, prägen das deutsche Kino seit mehr als 50 Jahren. Ihre Filmauswahl mit einem Stummfilm, einem Antonioni-Klassiker und einer japanischen Komödie ist dabei ein Spiel mit dem Filmrepertoire und persönlichen Erinnerungen. Am 25., 26. und 27. Sept.
Im Oktober widmen wir uns Alfred Vohrer, einem Tausendsassa des deutschen Kinos, der von Abenteuerfilmen über Dramen bis zu Edgar Wallace-Verfilmungen (fast) alles konnte. Die Auswahl aus seinem umfangreichen Werk bietet unter anderem auch Filme, die den Krimi als Genre perfektionierten.
Das Nuremberg International Human Rights Film Festival präsentiert vom 15. bis 18. Okt. m Rahmen eines Weekenders wieder internationale und engagierte Filmkunst.
Am 22. Okt. feiert ein neues Format seine Premiere: Bei Filme auf der Couch analysieren gelernte Psychoanalytiker*innen ausgewählte Filme ­­– so wird der Kinosessel zur Couch und der Kinoabend zur tiefgründigen Erfahrung.
In Zusammenarbeit mit der Stadtbibliothek Nürnberg zeigt das Filmhaus im Rahmen der Reihe „Bücher, die Angst machen“ den vielfach ausgezeichneten Dokumentarfilm The Librarians. Der Film zeigt den Kampf US-amerikanischer Bibliothekar*innen gegen Buchverbote, für Meinungsfreiheit und dem freien Zugang zu Wissen. Zu Gast ist Johannes Neuer, Direktor der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig und ehemaliger Leiter der New York Public Library.
Auf diese spannenden Neustarts dürfen sich Filmfans außerdem freuen:
Der deutsch-türkische Regisseur Neco Çelik orientiert sich in seinem neuen Film an Klassikern des urbanen Neo-Noir Kinos: Berlin Kills Me ist eine stilsicher inszenierte, neondurchflutete Großstadtoper, die einer Handvoll verlorener Seelen auf ihren Wegen durch die Nacht folgt. Ein idealer Film für laue Spätsommerabende. Ab dem 2. Sept.
Archäologin Veska ist für ein Ausgrabungsprojekt in ihre Heimatstadt Svilengrad zurückgekehrt. Sie trifft auf einen alten Bekannten, doch als dieser plötzlich verschwindet, ist sie gezwungen, sich ihren Erinnerungen zu stellen. Das geträumte Abenteuer von Valeska Griesebach ist ein kraftvolles Epos zwischen Noir, Western und Liebesfilm. Ab dem 23. Sept.
In Heart of Light – Eleven Songs For Fiji zieht es Iona (gespielt von Tilda Swinton) nach Jahrzehnten von Berlin zurück in ihre Heimat - die Fidschi-Inseln. Dort erhofft sie sich Antworten auf große gesellschaftliche Fragen, die sie bewegen und nicht loslassen. Ab 7.Okt.
London ist ein tröstliches Roadmovie aus Österreich zwischen Dokumentarischem und Fiktion. Die Autobahn wird zum Ort der Begegnung: In beunruhigenden Zeiten erzählt der Film von der Möglichkeit, dass Nähe und Solidarität dort entstehen, wo Menschen ein Stück des Weges miteinander zurücklegen. Ab 14. Okt.
Weitere Infos zu Filmhaus und Programm gibt es unter www.kunstkulturquartier.de/filmhaus.

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