Kinos

Hallo Betty

veröffentlicht am 14.06.2026 | Lesezeit: ca. 2 Min. | von DP Redaktion

Hallo Betty: Sarah Spal als Emmi Creola

Hallo Betty: Sarah Spal als Emmi Creola, Foto © C-Films Aliocha Merker

Kinostart: 25.6.; Regie: Pierre Monnard
Darsteller: Sarah Spale, Martin Vischer, Rabea Egg, Vivana Zappa, Cyril Metzger

Wer hat’s erfunden? In der Schweiz gilt Betty Bossi seit Ende der 50er Jahre bis heute als „Köchin und Hausfrau der Nation“. Dabei existiert Betty gar nicht wirklich, sie war die geniale Idee einer Werbetexterin, die auf diesem Weg den Speiseöl-Umsatz eines Kunden erhöhen wollte. Anno 1956 gelingt Emmi Creola dieser umwerfende PR-Coup. Die Kochgeister, die sie rief, wird Emmi nicht mehr los. Weil immer mehr Menschen ihre Betty lieben, muss die zurückhaltende Werbetexterin die erdachte Fake-Figur real verkörpern. Das neue Leben als ruhmreiche Koch-Ikone im Rampenlicht gerät zur Tortur für die dreifache Mutter. Sie muss neben der Karriere noch die Familie versorgen. Das bisschen Haushalt ist doch nicht so schwer, sagt ihr Mann. Die große Beziehungskrise droht, als Papi sich um die Kinder kümmern soll, weil Mutti immer mehr Erfolge feiert. „Sie sind doch schon verheiratet. Weshalb arbeiten Sie denn noch?“ zischt eine Kollegin. „Frauen, die arbeiten, sind keine guten Mütter“, bekommt der Familienvater von seinem Chef zu hören. Mit dem Drogendrama „Platzspitzbaby“ gelang Regisseur Pierre Monnard vor sechs Jahren ein Kino-Coup, der in seiner Heimat zum erfolgreichsten Film des Jahres avancierte. Sein „Hallo Betty“ sagt gleichfalls Hallo Publikum und landete in den Top Ten. Das Rezept für einen Crowdpleaser? Beste Zutaten bei Drehbuch und Besetzung! Man nehme eine märchenhafte, aber wahre Geschichte über eine sympathische Frau. Mit Charme und Cleverness setzt sie sich als Hausfrau und Mutter in einer toxischen Männerwelt selbstbewusst durch. Serviert wird die amüsante Emanzipationsgeschichte mit nostalgischem Retro-Charme der 50er Jahre: Das Auge isst schließlich mit! Für die Geling-Garantie sorgt eine leinwandpräsente Sarah Spale, die ihrer Figur die richtige, süßsaure Mischung aus Selbstbewusstsein und Zweifeln, aus Frustration und Euphorie verleiht. Die echte Emmi Creola hätte wohl Geschmack an diesem kinematografischen Kochkunstgenuss gefunden.

Dieter Oßwald

Passende Termine

Schlagworte:

Ähnliche Artikel: