Kinostarts

Nur ein kleines bisschen Glück

veröffentlicht am 18.08.2026 | Lesezeit: ca. 3 Min. | von DP Redaktion

"Nur ein kleines bisschen Glück" will man haben

"Nur ein kleines bisschen Glück" will man haben, Foto © YANN ZENOU ENTERTAINMENT

Kinostart: 10.9. Regie: Pascal Elbé
Darsteller: Benoît Poelvoorde, Audrey Lamy, Pascal Elbé, Zabou Breitman u.a.

Ein versierter Künstler mit Ambitionen: Die ungewöhnliche Tragikomödie „Nur ein kleines bisschen Glück“, im Original zweideutig „La Bonne Étoile“, also „Der glückliche Stern“ betitelt, ist ganz wesentlich Pascal Elbé zu verdanken. Der aus einer algerisch-stämmigen, jüdischen Familie kommende Franzose hat sich an ein diffiziles Genre gewagt: eine Tragikomödie über die Judenverfolgung in Frankreich während des Zweiten Weltkriegs.

Anno 1940. Frankreich ist unterteilt in eine von den Deutschen besetzte und eine freie Zone. Im Zentrum des Geschehens: Jean Chevalin (Benoît Poelvoorde). Der Familienvater hat noch nicht viel Glück gehabt in seinem Leben, was auch an seiner Tapsigkeit und Denkfaulheit liegt. Nach nur einem Tag als Soldat ist er desertiert und überlegt nun, wie er seine Frau Paulette (Audrey Lamy) und seinen kleinen Sohn Marcel (Louis Douce Lagorce) am besten durch das Kriegschaos führen kann. Nachdem er gehört hat, das untergetauchte Juden bei der Baroness Madeleine (Zabou Breitman) Unterschlupf finden und in die freie Zone gebracht werden, fasst er einen fatalen Entschluss: Er und seine Familie geben sich als Juden aus. Eine Entscheidung, die nicht nur weitere Lügen nach sich zieht, sondern vor allem Jean immer wieder in die Bredouille bringt. Unterstützung erhält er von dem Juden Sam Goldstein (Pascal Elbé), der verzweifelt seinen kleinen Sohn sucht. Der üble Judenhasser Faurillon (David Talbot) ist hinter Sam und der Familie Chevalin her.

Der Belgier Benoît Poelvoorde hatte schon immer ein Faible für besondere Rollen, und das bereits seit seinem Debüt „Mann beißt Hund“ von 1992. Hier nun schlüpft er gekonnt in die Rolle eines wenig cleveren Mannes, der immer den Weg des geringsten Widerstands sucht und durch eine falsche Entscheidung gezwungen ist, über sich hinauszuwachsen. Pascal Elbé reichert dessen Schicksal mit zahlreichen amüsanten Vorkommnissen und etlichen Vorurteilen und Stereotypen von jüdischen und auch französischen Menschen an. Dabei ist aber jederzeit hinter dem augenzwinkernden Humor der Ernst der Lage spürbar, steht die Suche nach Menschlichkeit in einer unmenschlichen Welt im Vordergrund. Der Zuschauer erlebt dabei ein Wellenbad der Gefühle.

Martin Schwarz

Passende Termine

Schlagworte:

Ähnliche Artikel: