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Adams Acht

veröffentlicht am 18.08.2026 | Lesezeit: ca. 3 Min. | von DP Redaktion

Sportler-Biopic: Adams Acht

Sportler-Biopic: Adams Acht, Foto © Majestic/Mathias Bothor

Kinostart: 17.9.; R: Hannu Sallonen
D: Oliver Masucci, Felix Kammerer, Svenja Jung, Leonard Kunz u.a.

Allen vor 1960 Geborenen ist der Name ein Begriff: Karl Adam revolutionierte Ende der 1950er-Jahre den deutschen Rudersport, führte den Deutschland-8er bei den Olympischen Spielen in Rom 1960 sensationell zum Olympiasieg und sorgte wesentlich dafür, dass das Ruderboot mit den acht Athleten plus Steuermann fortan das Flaggschiff in Deutschland wurde. Adams Geschichte hat sich nun Drehbuchautor Domenik Pockberger angenommen und geht dabei ähnlich vor wie 2003 Sönke Wortmann mit „Das Wunder von Bern“: Man nehme ein außerordentliches Sportereignis, halte sich im sportlichen Sinne und bei den daran Beteiligten an die Fakten, schmücke aber die Erzählung mit dramaturgischen Zuspitzungen und dazuerfundenen Figuren und Begebenheiten aus – fertig ist ein packendes, sehr unterhaltsames Sportmelodram nicht ohne Pathos.

Seine NS-Vergangenheit als Lehrer an einer Napola-Nazi-Eliteschule ist kein Ruhmesblatt, trotzdem kann der ehemalige Boxer Karl Adam (Oliver Masucci) als Trainer arbeiten, kommt Ende der 50er-Jahre zum Rudersport und sieht bei den Jungens des Ratzeburger Ruderverein großes Potenzial. Besonders der impulsive Manfred „Gammel“ Rulffs (Leonard Kunz) und der intellektuelle Hans Lenk (Felix Kammerer) haben es ihm angetan. Mit Gammel als Schlag- und Hans als Bugmann kreiert Adam auch gegen den Widerstand des elitären Ruderverbands ein Team, das prompt Deutscher Meister wird und fortan nach Europa und in die ganze Welt schielt.

Angereichert wird diese sportliche Erfolgsgeschichte von Regisseur Hannu Salonen mit diversen Nebenschauplätzen: Da ist Hans‘ Herkunft aus der nahen DDR mit seiner Liebe zu Ulla Hahn (Svenja Jung), da ist der alte Konflikt zwischen Adam und dem Ex-Nazi Erich Buddenhauser (Heino Ferch), da sind die Standesunterschiede zwischen Gammel und einem Schnösel aus der Mannschaft. Zusammengehalten wird all dies durch mitreißende Wettkampfsequenzen, bei denen die Schauspieler nicht nur durch viele erstklassige Ruderer unterstützt wurden, sondern auch das Originalboot des Adam-Deutschland-Achters von 1959 sowie das originale Motorboot „Onkel Bräsig“ zum Einsatz kam.

Und immer schwingt in „Adams Acht“ die schlimme Vergangenheit Deutschlands mit – und der Wille einer jungen Demokratie, es besser zu machen als die Generation zuvor. Karl Adam trug dazu mit seinem Konzept des „mündigen Athleten“ hin zu selbstständig und kritisch denkenden Sportlern bei.

Martin Schwarz

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