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Sunny Dancer

veröffentlicht am 18.08.2026 | Lesezeit: ca. 3 Min. | von DP Redaktion

Sunny Dancer

Sunny Dancer, Foto © Distribution Limited

Kinostart: 27.8.; Regie: George Jaques
Besetzung: Bella Ramsey, Daniel Quinn-Toye, Ruby Stokes, Earl Cave, Jasmine Elcock

Krebs und Kino, das endet nicht selten in der kitschigen Klischeekiste und mutiert zum sentimentalen Tränendrücker. Bei britischen Filmen ist diese Gefahr freilich eher gering, im Königreich beweist man traditionell ein gutes Händchen für Sinn und Sinnlichkeit. Gefühlsecht und mit der notwendigen Portion Humor versehen geht es auch in dieser Coming-of-Age-Geschichte zu. Die 17-jährige Ivy hat ihre Krebsbehandlung überstanden. Damit sie auf andere Gedanken kommt, schicken die Eltern ihre Tochter in ein vierwöchiges Sommercamp, in dem Jugendliche mit ähnlichen Diagnosen die Ferien gemeinsam verbringen. Die anfängliche Skepsis des Teenies verschwindet schnell, Ivy findet eine coole Clique, eine neue beste Freundin sowie einen charmanten Flirt-Kandidaten mit bestem Boyfriend-Potenzial. „Wer sich mit meiner Tochter anlegt, für den wird Krebs seine kleinste Sorge sein!“, warnt die resolute Mama bei der Ankunft die anderen Kids im Camp. Der schnoddrige Spruch zum Auftakt gibt die Tonalität vor, mit der das Drama souverän die Balance zwischen Verzweiflung und Vergnügen hält. Die Verlogenheit einer berechnenden Influencerin, die mit Kalendersprüchen auf Bonuspunkte bei den Camp-Kids hofft, wird von Ivy souverän entlarvt und bloßgestellt. Wenig später wird der Teenie mit einem echten Krebs-Schicksal konfrontiert, das ihm schier den Boden unter den Füßen wegzieht. Das Ferienlager wird zur emotionalen Achterbahnfahrt. Da ist die erste ganz große Liebe. Und da ist der ganz große Schock, als einer der Teenies vorzeitig abreisen muss, weil seine Werte plötzlich in den Keller gehen. Weitere Tiefschläge bleiben nicht aus, das Schicksal ist bekanntlich ein mieser Verräter.

Die Fallen der Sick-Teen-Romance-Filme umgeht Regisseur und Drehbuchautor George Jaques in seinem zweiten Kinofilm äußerst souverän. Es gibt weder Krankenhausszenen noch falsche Gefühle. Dafür ein glaubhaftes Figurenkabinett, das dem Publikum schnell ans Herz wächst. Bella Ramsey, bekannt aus „Game of Thrones“ und „The Last of Us“, spielt die smarte und sensible Heldin mit enormer Leinwandpräsenz und viel Empathie-Potenzial. Als Sahnehäubchen tritt bei der Talentshow im Camp ein veritabler Star als Überraschungsgast auf: „Nächstes Jahr dann Kreuzfahrtschiffe!“ grüßt er selbstironisch mit bestem britischem Humor.

Dieter Oßwald

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