Spiel

Von Urzeitriesen und Dinoskeletten

veröffentlicht am 13.08.2026 | Lesezeit: ca. 4 Min. | von Peter Neugebauer

Mixosaurus

Mixosaurus, Foto © Game Factory

Fossilien bergen Faszination. Erlauben sie doch, einem Hauch von Urzeit nachzuspüren. Wer blickt nicht gerne in die Anfänge vom ersten hochentwickelten Leben auf unserer Erde? In neuen Spielen wird das Ausgraben von Dinosauriern unterschiedlich simuliert.

Der Beruf des Paläontologen erforscht das Leben ausgestorbener Spezies. In First Giants konkurrieren mehrere Forscher um den Erfolg. Dabei wollen sie ihre Ausgrabungen dem Museum präsentieren. Zunächst schickt jeder Spieler bis zu vier Mitarbeiter zu verschiedenen Ausgrabungsstätten. Dort gibt es Flugsaurier, Fleischfresser aber auch Säugetiere der Urzeit u.v.m. zu gewinnen. Einmal erobert, erlauben diese Tierkarten Vorteile, wie den Erhalt von Bernsteinen, der wichtigen Währung im Spiel oder den Gewinn von Lorbeerzweigen, den Siegpunkten bei diesem Wettstreit. Immer wenn die Spieler ihre Forscher aus den Gruben zurückholen, können die gesammelten Dinos im eigenen Museum ausgestellt werden. Das sollte nicht beliebig geschehen, denn Sammlungen müssen Kriterien erfüllen. Dafür gibt es Lorbeer. Unglücklicherweise verlieren ausgestellte Urzeittiere ihren Bonuseffekt. Timing ist also wichtig. Auch Wettlauf ist im Geschehen, um vor den Mitbewerbern bestimmte Sehenswürdigkeiten auszustellen. Dann werden die zuvor gewonnenen Dino-Karten umgedreht und bestücken als Riesenskelette das Museum. Das sieht recht hübsch aus. Ergänzt wird das Spiel durch ein Kompendium mit Hintergrundwissen zu jeder Spezies.
Autoren: Matthew Dunstan und Brett J. Gilbert bei Space Cowboys, Vertrieb Asmodee für 2 – 5 Personen ab 10 Jahren, flüssig zu spielendes Familienspiel mit älteren Kindern

In Mixosaurus werden Dinos zusammengesteckt. In einer Fundgrube liegen zahlreiche Saurierknochen: Beinpaare, Körperskelette oder auch Schädel. Hat ein Spieler vier passende Teile zusammen, wird der Saurier zu einer 3D-Figur gebastelt und kommt auf ein Punktepodest. Die Reinform ergibt 10 Punkte, der titelgebende Mixosaurus, der immer mal wieder entsteht, noch 6. Zähler. Spielclou ist das Gewinnen der einzelnen Knochenteile. Mit dem Schachtelboden wird ein Podest gebildet. Darauf kommt ein zerknülltes Pergament, was den Untergrund uneben macht. Jetzt werden die Dino-Stücke zu einem wilden Haufen geschichtet und in den Ecken kommen vier Plättchen mit gestapelten Steinblöcken. Diese erschweren das Gewinnen der einzelnen Teile. Mit einer Pinzette geht es frisch ans Werk. Es muss ein Teil aus dem Knochenberg herausgeklaubt werden. Geschick ist gefragt, denn kein Felsturm darf einstürzen. Das ist bisweilen eine wackelige Angelegenheit. Taktik ist ebenfalls gefordert. Jeder versucht, Dinos in reiner Art zu gewinnen. Da bleibt stets die Frage, an welcher Stelle bekomme ich recht sicher ein passendes Knochenstück? Ein wenig Ereignis ist auch noch im Spiel. Manche Plättchen erlauben Tauschaktionen oder Doppelzüge.
Autor: Charles Chevallier bei Game Factory, für 2 – 4 Personen ab 7 Jahren, für Kinder und die ganze Familie

Ein Naturkundemuseum wird mit Ausstellungsstücken versehen. Knochenfunde aus Kreide, Jura und Trias gilt es, in Fossilium darzubieten. Jeder füllt zunächst seine leere Ausstellungsfläche, möglichst optimierter als die Konkurrenz. Dabei wird einem Grundrhythmus gefolgt. Es muss gegraben werden. Dazu wird in verschiedenen Beuteln nach Fossilienteilen gefischt. Das ist durchaus zufallslastig. Da bisweilen nur einzelne Knochen gefunden werden, braucht es Zeit, bis ein Skelett komplettiert ist. Das, was gefunden wurde, wird also zunächst einmal sortiert, aber schließlich auch ausgestellt. So füllt sich die Museumshalle sukzessive und Besucher werden angelockt. Die kommen, je lukrativer das Angebot ist, und sie erspielen Runde für Runde Prestige. Hauptmotor ist ein Worker-Placement-Mechanismus auf einem gemeinsamen Board, das unterschiedliche Optionen eröffnet, aber auch einschränkt. Gelungen ist der Gedanke, Mitspielern mit Teilen auszuhelfen, die man selbst nicht benötigt, dem anderen aber gönnt, zum Vorteil beider. Das Thema wird dicht widergespiegelt, was bisweilen etliche Detailregeln verlangt. Leider ist manches Material und vor allem die Spielregel nicht gelungen konzipiert. Ohne Regel-Video wird der Einstieg schwerfallen.
Autor: Julia Thiemann und Christoph Waage bei Giant Roc für 1 – 4 Personen ab 12 Jahren, detailverliebtes, gehobenes Kennerspiel mit Einstiegshürden

-pen

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