Würfeln - Spiel mit dem Zufall
veröffentlicht am 05.02.2026 | Lesezeit: ca. 4 Min. | von Ludwig Märthesheimer
Würfel, zumal der sechsseitige Kubus, sind eines der beliebtesten Spielutensilien. Er wird in vielen Brettspielen als Motor für die Bewegung von Figuren verwandt. Ebenfalls wird gerne auf das geworfene Ergebnis gewettet. Ohne Würfel ist Spielen nicht zu denken. So gibt es immer wieder Neuheiten, die durch den zufälligen Ausgang eines Würfelwurfs Spannung erzeugen.
Biddle ist eine Neuheit, in der mit sechs Würfeln geworfen wird, um bestimmte Vorgaben zu erreichen. Eine Zielkarte wird aufgedeckt. Sie zeigt eine Kombination, die mal mehr, mal weniger einfach zu erzielen ist. Die Aufgaben verlangen beispielsweise das Erzielen nur gerader Würfelwerte oder das Unterschreiten einer vorgegebenen, geringen Würfelsumme, u. v. m. Ein Startspieler gibt vor, in wie vielen Versuchen er die Aufgabe zu lösen erhofft. Die anderen bezweifeln das Vorhaben, schließen sich dem Vorhaben an oder unterbieten den aktiven Spieler durch ein besseres Gebot. Sie wollen mit weniger Würfeln das Ziel erreichen. Alsbald steht fest, dass es zwei Gruppen gibt. Die einen sind für das Gebot, die anderen glauben nicht an den Erfolg. Jetzt müssen alle sechs Würfel geworfen werden und dann darf weitergespielt werden. Zur Aufgabe passende Ergebnisse werden zur Seite gelegt. Es wird gewürfelt und vor allem gezählt, ob das Ergebnis in der angesagten Anzahl an Wurfversuchen erzielt wird. Wer aufs richtige Pferd gesetzt hat, bekommt Punkte. Nach zehn Runden ist Schluss und es wird der Gesamtsieger berechnet. Große Emotionen sind im Spiel, vor allem, wenn mit dem letzten Versuch die Vorgabe noch so gerade eben erfüllt wird. Was will man mehr?
Auf die Eier hat einen etwas kuriosen Spieltitel, trifft aber das Thema dieses Würfelgerangels. Lediglich neun Symbol-Würfel sind im Spiel. Der Spieler am Zug würfelt und separiert einzelne Würfel, um bestimmte Ergebnisse zu erzielen. Ein ganzes Ei auf dem einen und ein Kochtopf auf einem zweiten Würfel ergeben ein gekochtes Frühstücksei. Ein aufgeschlagenes Ei und eine Bratpfanne bedeuten Spiegelei. Solche Würfel-Kombos erzielen Pluspunkte. Faule Eier werden zur Seite gelegt und am Ende noch einmal geworfen. Sie können dann eventuell Paarkombinationen komplettieren oder aber auch, wenn die Würfelergebnisse faul bleiben, Zweier-Sets zunichte machen. Und dann gackern noch Hühner. Sie erzielen Punkte, wenn sie eine wechselnde Vorgabezahl erfüllen. Das Sortieren der Würfelsymbole ist nicht trivial und macht den Reiz aus. Natürlich ist ordentlich Zufall im Geschehen. Durch geschicktes Herauslegen von Würfeln und durch ein nicht allzu risikobehaftetes Weiterwerfen lässt sich sogar taktieren. Zu loben ist die Mini-Box. Sie ist kaum größer als eine Streichholzschachtel. Darin stecken die neun Würfel und eine kurze Regel. Das Spiel kann überallhin mitgenommen werden und ein sofortiges Losspielen ist jederzeit möglich.
Panda Royale ist eine von Glück und Taktik bestimmte Würfelei. Es geht grundsätzlich um hohe und höchste Würfelergebnisse. In der ersten Runde besitzt jeder nur einen Würfel. Am Ende kommt stets ein neuer hinzu, so dass in der letzten Runde die Spieler mit zehn Kuben werfen. Clou ist nun, dass die Würfel in sieben verschiedenen Farben und mit einer unterschiedlichen Anzahl an Seitenflächen vorhanden sind. So kann man mit dem grünen Zwanzig-Seiter gleich höhere Ergebnisse erzielen. Wer mehrere rote Würfel besitzt, darf deren Ergebnis mit der Anzahl aller Roten noch multiplizieren. Dumm nur, dass bei Rot auch Negativzahlen auf den Würfelflächen vorkommen. Die weißen Würfel dürfen nach Eintrag des Resultates mit einem Würfel eines Mitspielers getauscht werden. Dadurch kann einer sein Würfel-Portfolio durchaus verbessern. Die Auswahl des neuen Würfels geschieht nach vorgegebener Rangfolge, so dass man der Konkurrenz gute Kuben wegschnappen kann. Es ist mehr Einfluss im Geschehen als zunächst vermutet. Die Fülle an Würfeln ist beeindruckend. Der Spielverlauf hat mehr Tiefe als vermutet, obwohl natürlich der Zufall mitspielt. Dass die einzelnen Würfelfarben für verschiedene Panda-Clans stehen, die um Ruhm und Ehre zocken, ist allerdings thematisch Unfug. Das Spiel ist und bleibt abstrakt. (pen)
Biddle von Ralf zur Linde & Carsten Rohlfs bei Amigo, für 2-5 Spieler ab 8 Jahren
Auf die Eier! von Udo Peise bei Game Factory, für 2-5 Spieler ab 8 Jahren
Panda Royale von Nathan & Jake Jenne bei Spiel Das!, Vertrieb Hutter, für 2-10 Spieler ab 8 Jahren