Hokus Pokus – Zauberei im Spiel
veröffentlicht am 07.04.2026 | Lesezeit: ca. 4 Min. | von Peter Neugebauer
Magie und Zauberkunst sind bewährte Stilmittel, um in Literatur und bewegtem Bild Spannung und Neugier zu wecken. Bei einem jungen Publikum gilt das allemal. Aber auch ältere Jugendliche und Erwachsene lassen sich faszinieren. Was für Buch und Film gilt, hat auch im Spiel Gültigkeit.
Morty Sorty Magic Shop erinnert an Harry-Potter-Szenen, in denen die Zauberlehrlinge in der Winkelgasse ihre Utensilien kaufen. In diesem Spiel verkörpern die Spieler einen Ladenbesitzer in diesem magischen Viertel. Sie müssen ihre Regale füllen. Es gilt, die Stellflächen mit Phiolen zu bestücken, in denen magische Pilze, kreischende Alraunen, dräunende Gewitterwolken oder gar glubschige Froschaugen stecken. Die Fläschchen haben eine Nummer und einen Farbdeckel. Mit einem einfachen Nimm-Rhythmus bekommt jeder in jeder Runde ein neues Gefäß und ordnet dieses in seinen Schrank. Verschiedene Kriterien müssen beachtet werden. Zuerst sind die Flaschen in aufsteigender Zahlenfolge anzuordnen. Die farbigen Schraubverschlüsse machen Vorgaben. Ausgewiesene Stellplätze sollten mit zugeordneten Zahlen gefüllt werden. Eine Kombination verschiedener Fläschchenfarben in einzelnen Spalten bringt Vorteile. Auch wird Farbreinheit im Sortiment belohnt. Es gibt viel zu beachten. Keiner kann alles erfüllen. Da muss mancher Ladenbesitzer schon mal Phiolen wählen, die nicht so recht ins Konzept passen. Timing ist wichtig, sich auch mal von Sortier-Vorgaben zu verabschieden. Und wenn nichts mehr geht, hilft vielleicht eine schwarze Katze, die im Laden herumwuselt und überraschende Tricks im Petto hat.
Autor: Markus Slawitscheck bei Schmidt, für 2-4 Spieler ab 8 Jahren
Bei Incantibus greifen die Spieler zu handlichen Zauberstäben, fuchteln damit in der Luft und beanspruchen auf Kommando ein Zauberutensil, das auf dem Dachboden eines alten Turms liegt. Dort befindet sich magisches Zeugs, manches begehrlich, anderes überflüssig. Gut ist, wenn kein anderer Zauberer oder keine andere Hexe ein bestimmtes Stück beansprucht. Ansonsten erhält der Akteur mit dem mächtigsten Stab das begehrte Stück. Danach werden die Stäbe getauscht, womit der Unterlegene bei zukünftigem Unentschieden besser dasteht. Das Spiel lebt von diesen Zauberstab-Einsätzen. Sie werden nach Aussprechen des Spruches gleichzeitig auf ein Utensil der Turmplattform ausgerichtet. Das wirkt wie ein Hokus-Pokus-Move und lässt die Zauberer-Rolle authentisch erleben. Was da gesammelt wird, hat unterschiedliche Nützlichkeiten. Auch wird bisweilen im Dunklen getappt und man weiß erst hinterher, was man sich erzaubert hat. Mehrere Etagen des Turmgemäuers werden durchgespielt. Ganz unten, im Verlies, tauchen mächtige Gegenspieler auf, die mit den zuvor gesammelten Zutaten besiegt werden können. Wegen des Zauberstab-Gefuchtels spricht das Spiel ältere Kinder sehr an. Das Sammeln und Kombinieren der Utensilien fordert aber schon etwas mehr Spielerfahrung als das Hantieren mit Stäben.
Autoren: Cleo & Charles Chevallier bei Elznir Games, für 2-4 Spieler ab 8 Jahren
Elixirus schickt die Magier in den Wald. Dort wächst all das, was für das Brauen exotischer Zaubertränke benötigt wird: Pilze, Eicheln, Kraut und manch anderes. In verschiedenen Qualitäten und Farben lassen sich die Ingredienzien finden. Dummerweise sind auch andere Magier unterwegs und schnappen bisweilen dringend benötigte Zutaten weg. Aber manchmal kommt man mit reichlich Überschuss aus dem Wald zurück in die heimische Hexenküche und kann gar nicht alles verbruzzeln. Dann werden diese Blätter und Wurzeln im Gifttopf deponiert, was die Punktausbeute schmälert. Die Rezepte für die Tränke verlangen nicht nur bestimmte Beigaben, sondern auch, diese in vorgegebener Reihenfolge in die Glasflacons zu kippen. Genau das ist das logistische Problem. Da fünf Gefäße zu füllen sind, ist der Einsatz von Zutaten zu Beginn noch recht einfach. Mit der Zeit gibt es allerdings Engpässe. Dann wächst die Gefahr von verdorbenem Ausschuss. Das gut aufeinander abzustimmen, also die Suche von passenden Utensilien im Wald und das Zusammenmischen der richtigen Zutaten in der Brauküche, ist hohe Kunst. Darüber hinaus werden Boni für Spezialitäten und für schnelles Fertigstellen ausgeschüttet. Sonderfelder bedeuten bisweilen Ärger. Das macht das Vorhaben nicht leichter. Die Spielaufgabe ist überraschend knifflig.
Autor: Dickie Chapin bei Piatnik, für 2-5 Spieler ab 10 Jahren
-pen