Und es war Sommer - Dieter Thomas Kuhn & Band
veröffentlicht am 23.07.2026 | Lesezeit: ca. 3 Min. | von
Kinostart: 17.9.; Regie: Juliane Sauter
Besetzung: Dieter Thomas Kuhn, Philipp Feldtkeller, Peter Gulde
„Dieter Thomas Kuhn ist Magie. Einfach Magie“, schwärmt ein Fan gleich zu Beginn. Die Aussage ist programmatisch für dieses Künstlerporträt. Über 150 Stunden Drehmaterial sind bei der Langzeitbeobachtung zusammengekommen. Entstanden ist ein buntes Kaleidoskop über den Kult-Sänger, seine Fans sowie dessen langjährigen Freund Philipp Feldtkeller, den kreativen Kopf hinter dem Projekt. Es war der Sommer anno 1992, als Dieter Thomas Kuhn und seine Kapelle in Italien bei einem Dorffest zum ersten Mal öffentlich aufspielten. Mehr als drei Jahrzehnte werden DTK (so sein Kürzel) und seine Band mit spaßigen Schlager-Coversongs das Publikum begeistern. „Dieter, ich will ein Kind von dir“ stand auf T-Shirts der ersten Stunden. „Dieter, ich bin ein Kind von dir“ lautete später das Spruch-Update. „Wir sind die älteste Boygroup der Welt!“, lacht der Sänger auf einer Archivaufnahme in die Kamera.
Alte TV-Bilder gibt es reichlich in dieser Doku. Schnell wird deutlich, dass Selbstironie und Spaß zum Konzept von DTK gehören. Kuhn ist die Ikone des deutschen Schlagers. Und zugleich dessen perfekte Parodie. „Ein Film über Zusammenhalt, Zuversicht und Zugaben“ verspricht der Untertitel. Es geht freilich auch um Fehler, Karriereknicks und Schicksalsschläge. Jenes Abschlusskonzert in der Stuttgarter Schleyer-Halle samt Glatzenrasur der Band etwa. Oder jene Krankheit, die die Band zur langen Pause zwingt. „Was im nächsten Jahr passiert, das steht jetzt in den Sternen“, heißt es da in großer Offenheit. Die gesellschaftliche Situation wird gleichfalls eher skeptisch gesehen: „Die Unbeschwertheit der 90er ist vorbei“ analysiert der Gitarrist die Lage. Der Vergnüglichkeit auf der Bühne tut das alles keinen Abbruch. Als Sahnehäubchen gibt es ganz zum Schluss eine amüsante Filmkritik von Dieter Thomas Kuhn. Die gilt seinem Kinoausflug mit Esther Schweins, der unter dem Titel „Der Trip - Die nackte Gitarre 0,5“ vor genau 30 Jahren das Licht der Leinwand erblickte. Dem Werk von „Manta Manta“-Macher Wolfgang Büld war einst mehr Häme als Erfolg gegönnt. Das dürfte bei diesem cineastischen „Festival der Liebe“ ziemlich anders sein: Und es ist Dieter!
Dieter Oßwald