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Donkey Days

veröffentlicht am 14.06.2026 | Lesezeit: ca. 2 Min. | von DP Redaktion

Donkey Days

Donkey Days, Foto © Salzgeber

Kinostart: 25.6.; Regie: Rosanne Pel
Darsteller: Jil Krammer, Susanne Wolff, Hildegard Schmahl, Amke Wegner, Carla Juri

Handkamera, improvisierte Dialoge, assoziative Erzählweise sowie ein schrulliges Figurenkarussell: Das sind beliebte Zutaten für die Kino-Kuchen beim Festival von Locarno. Das A-Festival der Schweiz feiert traditionell cineastisches Knäckebrot. So wie bei dieser niederländisch-deutschen Familienkomödie der etwas anderen Art. Anna und Charlotte, zwei überaus ungleiche Schwestern, konkurrieren seit Kindheit um die Zuneigung der Mama. Die herrschsüchtige Ines genießt es, ihre beiden Töchter gegeneinander auszuspielen. Während die queere Lehrerin Anna mit Übergewicht kämpft, entspricht die angepasste Charlotte dem gängigen Schönheitsideal und präsentiert sich als erfolgreiche Literaturagentin. Wann immer sich das Trio im herrschaftlichen Haus der Mutter trifft, lassen Streit und Intrigen nie lange auf sich warten. Es gibt freilich auch gut gehütete Geheimnisse bei dieser schrecklich unsympathischen Familie. Weshalb überweist Mama seit zehn Jahren jeden Monat 100 Euro an einen ungarischen Esel? Warum muss innerhalb von drei Wochen die Asche eines verstorbenen Onkels abgeholt werden, den niemand zu kennen scheint? Erst nach dem Ableben von Ines werden die Beziehungskarten neu gemischt. Was als schwarze Komödie über dysfunktionale Familien versprochen wird, entpuppt sich schnell als das bekannte Messer ohne Klinge, dem der Griff fehlt. Die Story wirkt so angestrengt wie anstrengend. Den einfältigen Figuren fehlt jedes Empathie-Potenzial, Die untalentierten Darsteller begnügen sich mit kindischem Getue. Das weinerliche Impro-Gequatsche dreht sich im Kreis und wirkt eher nervtötend als erhellend. Selbst die Schlacht am kalten Buffet bei der Familienfeier mit allerlei Gezänk und Boshaftigkeiten verpufft als läppisches Mätzchen. Von der aufdringlichen Symbolik mit roten Röhren als Mutter-Kind-Verbindung ganz zu schweigen.
Entwickelt wurde das Drehbuch beim Torino Script Lab und Cannes' L’Atelier, vermutlich auf einem Bierdeckel. Für den Goldenen Leoparden von Locarno hat’s freilich nicht gereicht.
Dieter Oßwald

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