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Etwas ganz Besonderes

veröffentlicht am 13.06.2026 | Lesezeit: ca. 2 Min. | von DP Redaktion

Etwas ganz Besonderes

Etwas ganz Besonderes, Foto © Pandora Film

Kinostart: 9.7., Regie: Eva Trobisch
Darsteller: Frida Hornemann, Max Riemelt, Eva Löbau u.a.

Im Jahr 2018 sorgte Eva Trobisch mit ihrem Langfilmdebüt „Alles ist gut“ für Aufsehen, behandelte sie dort doch das schwierige Thema einer verdrängten Vergewaltigung. Nach dem Sterbehilfe-Drama „Ivo“ stand Trobisch nun der Sinn nach einem Ensemblefilm, in dem nicht nur eine Person im Zentrum steht. Und doch dreht sich hier vieles um Lea (Frida Hornemann). Die ist 16 und lebt mit ihrer Familie im thüringischen Greiz. Lea ist sehr musikalisch und tritt mit ihrer Freundin Bonny (Ida Fischer) als Duo auf. Für eine TV-Talentshow hat sie sich allerdings solo beworben und mittlerweile schon einige Vorentscheidungen überstanden. Unterstützt wird sie von ihrem Vater Matze (Max Riemelt). Der lebt frisch getrennt von seiner Frau Rieke (Gina Henkel), die von ihrem neuen Lover, dem örtlichen Schulleiter (Florian Lukas), ein Kind bekommt. Und dann sind da noch Leas selbstbewusste Tante Kati (Eva Löbau), die das Greizer Museum leitet, der noch kleine Bruder Henri (Yvon Sable Moltzen), Katis klugscheißerischer Sohn Edgar (Florian Geißelmann) und die beiden Großeltern Christel (Rahel Ohm) und Friedrich (Peter René Lüdicke). Die schlagen sich mehr schlecht als recht mit einem Pferde-Hotel am Waldrand herum.
Autorin und Regisseurin Trobisch entspinnt nun ein weit verzweigtes Netz an Beziehungen und Konflikten innerhalb dieser Familie. Dabei gelingt ihr das Kunststück, allen Figuren genügend Platz für ihre ganz eigene Geschichte freizuräumen. In ihrem schmalen 3:2-Format schafft sie mit ihrem Kameramann Adrian Campean immer wieder aufs Neue überraschende Bilder, die eine merkwürdig beiläufige Intensität ausstrahlen. Und in den Bildern agieren sämtliche Schauspieler sehr lebensnah, ganz ohne dramatische Überhöhungen. Insgesamt entwirft Trobisch ein Gesellschaftsbild (Ost-)Deutschlands, in dem nichts mehr von Bestand zu sein scheint, weder die Berufswelt noch familiäre Verbindungen, alles ist im Vagen. Das ist hochinteressant zu beobachten und dürfte ein Spiegel so manch eigener Erfahrung des Zuschauers sein. „Etwas ganz Besonderes“ lief 2026 im Wettbewerb der Berlinale.
Martin Schwarz

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