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Ein Münchner im Himmel

veröffentlicht am 16.04.2026 | Lesezeit: ca. 3 Min. | von DP Redaktion

Filmprojektor

Filmprojektor, Foto © pixabay

Kinostart: 14.5.; Regie: David Dietl;
Darsteller: Maximilian Brückner, Hannah Herzsprung, Momo Beier u.a.

Mit der Kurzgeschichte „Der Münchner im Himmel“ von Ludwig Thoma aus dem Jahr 1911 und der berühmten Vertonung durch Adolf Gondrell hat diese Komödie im Grunde nur die Prämisse gemein. Das eigentliche Vorbild ist ein anderes: die legendäre TV-Serie „Monaco Franze – Der ewige Stenz“ mit dem legendären Helmut Fischer, Regie: Helmut Dietl. Und die Regie bei „Ein Münchner im Himmel“ hat nun dessen Sohn David übernommen.

Aus Alois wurde Ludwig: Der von allen nur Wiggerl (Maximilian Brückner) genannte Münchner Taxifahrer ist ein Stenz vor dem Herrn: liebenswürdig, arbeitsunwillig, untreu, Gaunereien nicht abgeneigt – und dabei immer auf sein eigenes Wohl bedacht. Die Ehe zu seiner Noch-Gattin Kathi (Hannah Herzsprung), Kellnerin auf dem Viktualienmarkt, blieb dabei genauso auf der Strecke wie die Beziehung zu seiner Tochter Toni (Momo Beier). Dann passiert’s: Wiggerl landet nach einem Autounfall im Koma, ist quasi tot. Aber eben nur quasi. Im Himmel oben sind Petrus (Robert Palfrader) und Göttin (Ina Müller) so genervt von Wiggerls Gezeter, dass sie ihn als Geist zurück nach München schicken. Fortan ist unser „Held“ damit beschäftigt, seinen gefährlich ins Rot tendierenden Sündenkompass wieder auf Grün zu bringen; nur so ist ein Weiterleben möglich. Es muss also eine Läuterung für den Stenz her. Und für die ist die Aufarbeitung der Beziehung zu einigen Menschen notwendig, allen voran zur Tochter und zum seit Jahrzehnten verstoßenen Vater (Heiner Lauterbach). Die beiden sind die einzigen, die – aus welchen Gründen auch immer – Wiggerl sehen und hören können.

Diese von Herzen kommende Hommage an die Stadt München und an das bayerische Lebensgefühl ist recht hübsch anzuschauen und hat mit Maximilian Brückner auch einen idealen Stenz sowie knackige Gastauftritte der Kabarettisten Maxi Schafroth und Sigi Zimmerschied sowie anderen Promis wie Oli Schulz oder Ina Müller zu bieten. Recht einfühlsam werden dabei Themen wie Familienbande, Vertrauen und Egoismus gestreift. Allerdings wünscht man sich doch, dass der Drehbuchautor Marcus Pfeiffer („Beckenrand Sheriff“) bezüglich der legendären bayerischen Anarchie etwas mehr auf die humoristische Kacke gehauen hätte.
Martin Schwarz

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