„Die Lüge in ihrem Gesicht“ von Anne Keßel, Ullstein Verlag 2026, Broschur, 399 Seiten, 17,00 Euro.
Vor Hauptkommissar Deniz Kurt sitzt eine Frau, die nichts aussagen will. Angefangen beim eigenen Namen. Nach bisherigen Erkenntnissen ist ein Mann ums Leben gekommen, angeblich Notwehr. Soweit auch Zeugenaussagen. Doch warum spricht die Frau nicht? Marlene Nielsen, Expertin für Mikroexpressionen (extrem kurze, unwillkürliche Gesichtsausdrücke) wird hinzugezogen. Und bald ahnt sie, dass sie mit einer Mörderin konfrontiert ist. Doch was ist die Wahrheit?
„Die Lüge in ihrem Gesicht“ hat ein spannendes Thema, die Hauptperson ist sperrig, mit dem Hauptkommissar als Widerpart ergibt sich eine schöne Konstruktion, aus der viel zu machen ist, was sich vielleicht auch für weitere Romane trägt. Eine klare Leseempfehlung, auch wenn dieser Roman nicht an die vorzüglichen Krimis „Gefährliche Gischt“ (2022) und „Tödliche Strömung“ (2024) reicht, eine Reihe die die Autorin leider nicht fortgesetzt hat. Aber bleiben wir neugierig auf das, was da noch kommt.
Rainer Scheer