Wahrscheinlich geht es nur um die Rente mit 63. Bevor die wieder abgeschafft wird, dachte sich Andreas „Campino“ Frege, nehme ich noch ein allerletztes Album auf: Die Toten Hosen und ihr letztes reguläres Studioalbum „Trink aus, wir müssen gehen!“ und das Bonusalbum „Alles muss raus!“ (JKP) versammelt noch einmal neun Jahre nach „Laune der Natur“ die fünf Musiker rund 45 Jahre nach ihrer Gründung 1982 in allerbester PowerPunk-Attitüde, retrospektiv und dezent wehmütig. Und zwischen gewohnt laut bis leise, euphorisch und melancholisch, persönlich und politisch bieten die Hosen alles an Punk-Rock-Mitgröl-Bombast auf, was die Schwarte hergibt. ein Album über Anfänge, Abschiede und alles dazwischen. Songs wie „Was früher einmal war“ oder „Kein Blatt zwischen uns“ setzen sich dabei direkt mit der eigenen Vergangenheit, Freundschaft und den Menschen auseinander, die die Band auf ihrem Weg begleitet haben. Und als Geschenk für sich selbst und die Fans natürlich gibt’s „Alles muss raus“: „Diese Scheibe enthält 25 Lieder, die wir lieben. Lieder von Freunden, von Vorbildern und von Menschen, deren Werk wir verehren. Lieder, die wir selbst gerne geschrieben hätten“, erklärt die Band. Alle Titel entstanden gemeinsam im Duett mit den jeweiligen Originalinterpreten bzw. Wegbegleitern, mit überraschender Bandbreite u.a. von Bettina Wegner, Alphaville, Vicky Leandros, Hannes Wader, BAP, The Specials, Element of Crime, bis einschlägig naheliegend Einstürzende Neubauten, The Stranglers, U.K.Subs, Skids, Fehlfarben oder The Outkasts. Jürgen Parr