Lange Wanderungen auf der Kanareninsel La Gomera waren Inspiration für das neue Album „El Gomerón“ (Gänseblümchen Tonträger/MusicHub) des Nürnberger Stilverdichters Uli Tsitsos, der auf den sechs Titeln plus des indiesquen Rod Stewart-Covers „Sailing“(zu 100% tsitsosisiert) wieder in seinem ganz eigenen Uliverse poppig-melancholisch-nachdenklich zwischen Urban-Psychedelik-Indie und Experimental-NuFolk-Americana-Rock unterwegs ist. Wie immer hat Uli das Cover selbst gemalt, es zeigt ihn als Wandersmann auf der Vulkaninsel. Beim Komponieren und Texten dominiert ein „Stream-of-Consciousness“-Stil, der Wahrnehmungen, Gedanken, Gefühle und Reflexionen subjektiv so wiedergibt, wie sie ins menschliche Bewusstsein fließen. Es sinniert über Liebe, Zuneigung, Sehnsucht, Glaube (schwer religiös), Läuterung und Zuversicht, vom Suchen und Finden (nach sich selbst und der inneren Ruhe) und Fernweh nach Freiheit und Befreiung. Die Aufnahmen fanden in seinem Heimstudio und seiner Küche statt (wieder alle Instrumente selbst gespielt), daher auch der grundentspannte Flow. Der vorherrschende Modus ist Indie-rockig und Psychedelik-verschwurbelt, seine neue Vintage Cherry Gibson SG E-Gitarre kommt auf allen Titeln prägnant zum Einsatz, nicht von ungefähr heißt ein Titel heißt „Melancholia“, wie immer eine der Hauptzutaten im Stimmungsmix. Ausreißer ist „Crystal Clear Waters“, das eher meditativ-ruhig daherkommt mit den Vibes eines Suchenden, der angekommen ist, gepimpt mit Klavier und Hammondorgel von René Laruso.
Jürgen Parr