Film

Dann passiert das Leben

veröffentlicht am 17.09.2025 | Lesezeit: ca. 2 Min.

Rita (Anke Engelke) und Hans (Ulrich Tukur), ein in die Jahre gekommenes Ehepaar in vertrauter Umarmung.

Rita (Anke Engelke) und Hans (Ulrich Tukur), ein in die Jahre gekommenes Ehepaar in vertrauter Umarmung., Foto © Majestic/Daniel Gottschalk

Kinostart: 6. November; Regie: Neele Leana Vollmar;
Darsteller: Anke Engelke, Ulrich Tukur

Danke Anke! Die Engelke macht traditionell jeden Film lohnend, selbst bei schwächeren Stoffen begeistert die leinwandpräsente Synchronstimme von Marge Simpson. Diesmal ist die Story stark! Die Szenen einer Ehe sind im Laufe der Jahre in Routine erstickt, Liebe und Leidenschaft haben sich stillschweigend verabschiedet. Ein dramatischer Unfall sorgt dafür, dass die Karten radikal neu gemischt werden. In diesem Drama geht’s gehörig ans Eingemachte der existenziellen Art. Zum notwendigen Ausgleich gibt es feinsinnige Komik, die bisweilen an Loriot erinnert. Das beherrscht die Engelke allemal in souveräner Perfektion. Wie schon beim bewegenden Teenager-Drama „Auerhaus“, inszeniert Regisseurin und Autorin Neele Leana Vollmar ihr schweres Thema mit erstaunlich leichter Hand. Es geht um Verdrängen, Verzeihen und das Verblassen einer großen Liebe. Es geht um Schuld und Tod und Sühne. Was wie ein schwermütiges Melodram klingen mag, kommt mit poetischem Charme, viel Gefühl und reichlich Humor daher. Mit Anke Engelke und Ulrich Tukur ist das Paar am Rande des Nervenzusammenbruchs perfekt besetzt und bringt ein enormes Empathie-Potenzial ins Spiel. Zwischen den beiden stimmt die Chemie spürbar, da reichen ganz kleine Gesten für eine sehr große Wirkung. Die gut geschliffenen Dialoge tun ihr Übriges, um dem Drama die notwendige Lässigkeit zu verleihen. Selbst für praktische Lebenshilfe ist bei dieser Mischung aus Ingmar Bergman und Vicco von Bülow gesorgt: Probleme mit dem neuen TV-Gerät? „Vielleicht ist das ja wie beim Internet. Man muss ausschalten, kurz warten. Und wieder einschalten!"
Dieter Oßwald

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