Roman Söllner als die queere Göttin vom anderen Ufer erklärt die Schöpfung. In „Von wegen Gott – es ist Frau Ursula“ wird die Schöpfungsgeschichte endlich richtiggestellt: Nicht er hat die Welt erschaffen, sondern sie – und zwar ohne sechs Tage Chaos und einen Burnout am siebten. Humorvoll und aus weiblicher Sicht blickt das Programm auf die religiöse Weltgeschichte und fragt, wie aus der einst allmächtigen Göttin ein Randkommentar der Theologie werden konnte. Zwischen Adam, Patriarchat und Paradiesverlust wird klar: Der Sturz der großen Göttin war kein göttlicher Plan, sondern ein ziemlich menschlicher Machtwechsel. Der Kabarettist erzählt die Geschichte der Großen Mutter furchtlos weiter – bis hin zu seiner eigenen, furchterregenden Großmutter. Persönlich, überraschend und alles andere als ehrfürchtig. Mythologie trifft Biografie, Kabarett trifft Erinnerung – respektlos, tiefgehend, klug und sehr göttlich. Im Rahmen der CSD Pride Weeks.