CD

Agnes Obel

veröffentlicht am 16.10.2026 | Lesezeit: ca. 2 Min. | von Jürgen Parr

Agnes Obel - The Meaning Of Flowers

Agnes Obel - The Meaning Of Flowers, Foto © Deutsche Grammophon

Die Geburt ihres ersten Kindes hat für die Singer-Songwriterin, Multiinstrumentalistin und Produzentin Agnes Obel so ziemlich alles verändert: Körper, Geist, das Selbst und die eigene Verbindung zur Welt. Das alles hat sie in ihren atmosphärisch-mystischen, ätherisch schwebenden neoklassizistischen, elektronisch gepimpten theatralisch-dramatischen Kammerpop in die zwölf Titel auf „The Meaning of Flowers“ (Deutsche Grammophon) reingepackt. Themen die sie bewegen: Das Gefühl der Verbundenheit mit allem Lebendigen, die Bedeutung von Geburt, Wachstum und Metamorphose. Ihre Musik zieht dabei Inspiration aus Belletristik, Sachbüchern und Lyrik mit Geburts- und Schwangerschaftsbezug wie etwa der Dichtung Enheduannas (der ersten namentlich bekannten Autorin der Welt), den Schriften von Philosophinnen wie Hannah Arendt und Emanuele Coccia sowie dem dänischen Pop der Achtziger- und Neunzigerjahre. Ganz Multitalent stammen die Partituren von ihr, sie selbst hat arrangiert, aufgenommen und produziert, singt, spielt Klavier, Keyboards und Synthesizer und verwendet Samples. Dazu kommt instrumentale Unterstützung an Geige, Viola, Violoncello, Bass, Lap-Steel-Gitarre, Harmonium, Flöte, Saxophon, Perkussion und Backgroundgesang. Kernpunkt des inhaltlichen Überbaus ist Arendts Konzept der Natalität als die menschliche Fähigkeit zum Neuanfang, wobei die vorübergehend veränderte Neuroplastizität ihres Gehirns ihr Denken und ihre kompositorischen Prozesse in neue Bahnen lenkte, so daß sie mit Rhythmen, Klavier und Stimme experimentiert hat. Das Album ist ihrer Tochter gewidmet: „…ihr, die mich verändert hat und wachsen ließ und mir so viel beigebracht hat - und ich spüre, dass es noch so viel mehr zu lernen gibt…“ Jürgen Parr

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