Bläserlastiger, souliger Funk im Stil der 60er/70er-Jahre mit knarzigem Vintagefaktor und Stax-Memphis-Atmo ist auch auf dem zweiten Album „Sweets“ (Colemine) das Ding der Winston Brothers. Ihr extremst deep down im „Hard Funk“-Groove verwurzelten Sound orientiert sich an Künstlern wie Isaac Hayes, Willie Hutch, Roy Ayers und JJ Johnson und reichert die analoge Produktion mit Boom Bap-Elementen an. Die Brothers sind der Multiinstrumentalist und Produzent Sebastian Nagel und sein langjähriger Mitstreiter Lucas Kochbeck am Schlagzeug, die im Wechsel zwischen ihren Heimstudios Monoplast (Lucas) und Lion Sound (Nagel) den funky Retro-Sound kreierten. Angefangen hatten sie mit „Sweets“ noch vor ihrem Debüt 2022 während der Corona-Zeit, dann pflegte Sebastian zahlreiche Ecken, Kanten und Hakenschläge ein. Durch die Bläser-Section Kimo Eiserbeck (Saxofon und Flöte) und Hans Stephan (Trompete) hat sich der Sound deutlich weiterentwickelt, brachten beide ihre eigene Klangfarbe ein. Weitere Kollaborateure waren Schlagzeuger Max Whitefield und Synthesizer-Wizz-Kid Carsten „Erobique“ Meyer. So ist „Sweets“ auch eine Familiensache von Hamburger Musikern, die sich gut kennen und verstehen. Jürgen Parr