CD

Ed Motta

veröffentlicht am 16.10.2026 | Lesezeit: ca. 2 Min. | von Jürgen Parr

Ed Motta - Toc-Toc

Ed Motta - Toc-Toc, Foto © MPS/Edel

Nach über einem Jahrzehnt auf Englisch kehrt der Koloss von Rio, Ed Motta, mit „Toc-Toc“ (MPS/Edel/Kontor) zu seiner portugiesischen Muttersprache und einem vom Old School-Elektro-Funk der 1980er-Jahre inspirierten Sound zurück. „Toc-Toc“ bedeutet im Brasilianischen etwa „Klopf Klopf“ – und Ed klopft an die Tür des Lebens und bittet um Einlass. Seit dreieinhalb Jahrzehnten einer der erfolgreichsten Sänger Brasiliens hat er es stets verstanden, verschiedenste Stile von Bosa Nova über Hardrock, Funk, Soul, Jazz, Fusion bis Pop in immer neue Sound-Kombinationen zu führen, auf „Toc-Toc“ reist er durch Zeit, Raum und viele Orte. Er verbindet Legenden der brasilianischen Popmusik von den 1960er Jahren bis heute, bindet sie ein in Funk, Synthi-Pop und Electronica, er selbst nennt es ein „Pop-Album mit einem Jazz-Einfluss“, weitgehend im Alleingang eingespielt. Sein samtenes Timbre trifft auf komprimierten Funk der späten Siebziger und frühen Achtziger, Bands wie Cameo oder S.O.S. Band sind seine Sound-Inspiration. „Ich schaue zurück, um nach vorn zu gehen. Es ist ein Spiel mit Erinnerung“, aber er will die Musik der Vergangenheit nicht rekonstruieren, und im Gegensatz zu bisher mit großer Band will er etwas Minimalistisches, Reduziertes schaffen, es sollte obwohl alles elektronisch aufgenommen die Anmutung eines Trios mit Piano, Bass und Drums bekommen, im Mittelpunkt sollte immer der Song selbst sein. Er singt über Liebe und zwischenmenschliche Situationen, porträtiert Städte. „Auf meinen früheren Platten suchte ich nach einer komplexen Erzählweise, nicht so auf diesem Album. Ich will die Dinge einfach und leicht nachvollziehbar gestalten. Es ist wirklich eine waschechte Sommer-Sonnen-Platte“. Jürgen Parr

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