Oper & Operette

Hänsel und Gretel

veröffentlicht am 10.09.2026 | Lesezeit: ca. 2 Min. | von Manfred Kunz

Theateraufführung

Theateraufführung, Foto © pixabay/TravelCoffeeBook

„Hänsel und Gretel“ aus der Sammlung der Gebrüder Grimm ist eines der bekanntesten Märchen und eines der grausamsten dazu. Das fand auch Adelheid Wette, die Schwester von Engelbert Humperdinck, die mit ihrer Idee eines häuslichen Märchenspiels den Anstoß zur Komposition der Oper gegeben hatte. Sie schrieb selbst das Textbuch und milderte die Handlung für den familiären Kreis etwas ab: Sie ersetzte die böse Stiefmutter durch eine zwar verzweifelte, aber liebende Mutter, die ihre Kinder nicht in böser Absicht in den Wald schickt, sondern als kleine Bestrafung für nichterfüllte Aufgaben. Nach der erfolgreichen Aufführung im heimischen Wohnzimmer baute das Geschwisterpaar das Werk zu einer vollwertigen Oper aus, in der Humperdinck nach vielen Zweifeln endlich zu seiner eigenen Musiksprache gefunden hatte. Es gelingt ihm auf der einen Seite, mit spätromantischem Klangzauber eine dichte Atmosphäre zu schaffen, auf der anderen Seite mit dem Einsatz von Volksliedern den einfachen Ton der Kinderwelt zu treffen. In dieser Form ist das Märchenspiel zu einer klassischen Familienoper geworden. Ganze Generationen von kleinen und größeren Zuschauern hatten durch Humperdincks Werk die erste Begegnung mit der Oper – und zwar vorwiegend in der Weihnachtszeit. Pünktlich zum 1. Advent wird „Hänsel und Gretel“ auch am Staatstheater Nürnberg wieder aufgenommen. Regisseur Andreas Baesler versetzt das Märchen in einen bürgerlichen Salon des 19. Jahrhunderts, ohne dabei den Kern der Handlung zu verletzen. Eine spannende Inszenierung für Kinder und Erwachsene gleichermaßen. „Mächtiger Beifall für einen in doppeltem Sinne wunderbaren Abend, der vielleicht zu schön ist, um wirklich real zu sein. Hingehen.“ (Nordbayerischer Kurier).

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