Ein Unfall. Ein verbeulter Mercedes – aber die Musik läuft noch. Musik von Kassetten, von kleinen Archiven mit großer Strahlkraft. Ein Speicherort der Sehnsucht, der Geborgenheit, der Vertrautheit. Und der Heimat. Der Heimat von Migrantinnen erster Generation, die als sogenannte „Gastarbeiterinnen“ nach Deutschland kamen und durch Musik ihr emotionales Überleben sicherten. Die den vertrauten Klang nutzten, um der Sprachlosigkeit und der Entfremdung zu trotzen. Nicht aus Nostalgie, sondern aus Notwendigkeit. Regisseur Caner Akdeniz gründet zusammen mit dem Ensemble die Band „Deutşland“ und entwickelt einen musikalischen Abend, der zu einer Geste der Dankbarkeit an eben diese Generation wird. An die Vermissten und die, die vermissten. So schmerzlich wie erfüllend, so feierlich wie tröstend: Deutşland, ein Requiem aus dem Archiv. Der Liederabend von Caner Akdeniz und seinem Team erlebt am 1. Okt. seine Uraufführung in den Kammerspielen.