Erlanger Poet*innenfest: Orangerie im Schlossgarten 2025, Foto © Erlanger Poet*innenfest - Simone Voggenreiter
Poesie und Weltgeschehen verknüpft das Erlanger Poet*innenfest auch in seiner 46. Ausgabe vom 28. bis 30. August. Wegen der Haushaltskrise der Stadt Erlangen ist das Poet*innenfest in diesem Jahr – wie schon 2025 – einen Tag kürzer und beginnt damit erst am Freitag. Trotzdem bleiben die meisten Veranstaltungen kostenfrei. Mit zahlreichen Einzelveranstaltungen rund um die aktuelle Literatur und über 80 Schriftsteller*innen, Literaturkritiker*innen und Publizist*innen, die in Lesungen und Gesprächen ihre Neuerscheinungen vorstellen, zählt das 1980 gegründete Erlanger Poet*innenfest zu den größten und renommiertesten Literaturfestivals im deutschsprachigen Raum.
Das Markenzeichen des Erlanger Poet*innenfests sind die langen Lesenachmittage im Schlossgarten. Am Samstag und Sonntag, 29. und 30. August, werden wieder 20 sowohl renommierte als auch junge Autor*innen ihre Neuerscheinungen vorstellen. Mit einer Mischung aus Prosa und Lyrik können die Besucher*innen die ganze Bandbreite aktueller Gegenwartsliteratur kennenlernen. Jeweils im Anschluss an die Lesungen finden durch namhafte Literaturkritiker*innen moderierte, vertiefende Gespräche unter Einbeziehung des Publikums statt. Die abendlichen Autor*innenporträts im barocken Markgrafentheater gelten als Höhepunkte des Festivals. Leben und Werk des jeweiligen Gastes werden in Lesung und Gespräch vorgestellt. In den vergangenen Jahren waren zahlreiche renommierte nationale wie internationale Autor*innen, Georg-Büchner-Preisträger*innen und Nobelpreisträger*innen zu Gast.
Besonderes Merkmal des Erlanger Poet*innenfests sind auch die zahlreichen diskursiven Veranstaltungen zu aktuellen gesellschaftlichen und politischen Themen. Zum Auftakt des Poet*innenfest wird am frühen Freitagabend im Redoutensaal dem derzeitigen Zeitgefühl, einer wachsenden Unzufriedenheit und Unsicherheit in der Gesellschaft nachgegangen und versucht, die gegenwärtige Situation vor wichtigen Landtagswahlen im September zu analysieren. Eine weitere Gesprächsrunde nimmt 250 Jahre Unabhängigkeitserklärung zum Anlass und spricht über die aktuelle Politik der USA. Die Sonntagsmatinee rückt die zunehmende weltweite Autokratisierung und die damit verbundenen Gefahren für unsere Demokratie in den Fokus. Wie wir beherzte Zuversicht in schwierigen Zeiten finden und in proaktives, eigenverantwortliches Handeln kommen, darüber macht sich eine Gesprächsrunde am Sonntagnachmittag Gedanken. Über die Gefahren von Social Media, einem möglichen Verbot oder stärkerer Regulierung diskutieren junge Menschen und Expert*innen gemeinsam auf der Bühne.
2026 wird der Schwerpunkt des Jungen Podiums wieder auf 10 Lesungen klassischer Kinder- und Jugendbuch-Autor*innen für verschiedene Altersgruppen liegen. Die Jüngsten können auf der Bilderbuch-Lesewiese im Schlossgarten außerdem in den neuesten Bilderbüchern schmökern oder sich von Profis, Eltern oder Geschwistern vorlesen lassen. Der Open Air Poetry Slam präsentiert einige der besten Literatur-Performer*innen im Kulturzentrum E-Werk. In Zusammenarbeit mit den Lamm-Lichtspielen wird eine Reihe von Literaturverfilmungen gezeigt. Bibliophile Kostbarkeiten bietet die Ausstellung „Druck & Buch“.
Der Vorverkauf für die wenigen eintrittspflichtigen Veranstaltungen beginnt am 1. August. Ein Handzettel mit der Programmübersicht liegt ab 31. Juli an den Vorverkaufsstellen und im Buchhandel der Region aus. Das ausführliche Programmheft erscheint Mitte August. Das gesamte Programm finden Sie ab 31. Juli online unter: www.poetenfest-erlangen.de