Leica - Ein Jahrhundert in Bildern
veröffentlicht am 17.10.2026 | Lesezeit: ca. 2 Min. | von
Kinostart: 12.11., Regie: Reiner Holzemer
Natürlich kommt sie aus Deutschland, wie so viele innovative Dinge zu Beginn des 20. Jahrhunderts: die Leica-Kamera. Bereits 1914 machte sich Oskar Barnack, Entwicklungschef bei Leitz, an die Entwicklung einer speziellen Kamera: ein kleines, handliches 35mm-Kleinbild-Gerät sollte entstehen, das die schweren Plattenkameras ersetzen sollte. 1925 offiziell vorgestellt auf der Leipziger Frühjahrsmesse, entwickelten sich die Leica I und ihre Nachfolgemodelle – Leica ist die Abkürzung für „Leitzsche Camera“ – zu einem Welterfolg, besonders beliebt bei professionellen Fotografen und Fotografinnen, ob nun zur Reportage, für Porträts oder zur Fotokunst. Und das ist heute noch so.
Der Dokumentarfilmer Reiner Holzemer, Jahrgang 1958, konzentriert sich in seinen Filmen bevorzugt auf künstlerisch tätige Menschen, etwa über den Modedesigner Dries Van Noten oder den Schauspieler Lars Eidinger. Hier nun ist sein Blickwinkel ein etwas anderer: Anhand eines technischen Apparats führt er uns durch 100 Jahre Fotografiegeschichte. Dazu zeigt er nicht nur unzählige meisterhafte und mitunter sogar weltbekannte Fotos, er hat sich auch imposante Gesprächspartner gesucht, meist Fotoprofis, die über ihre Erfahrungen mit der Leica erzählen.
Natürlich dürfen in so einem Reigen weltberühmte Könner wie Henri Cartier-Bresson, Sebastião Salgado oder Greg Williams nicht fehlen. Holzemer blickt aber auch auf das Heute, wo Kriegsfotografen wie der Schweizer Dominic Nahr aus der Ukraine oder der Italiener Gabriele Micalizzi aus Syrien berichtet. Der Film begleitet die mutigen Männer bei ihrer gefährlichen Arbeit, zeigt aber auch künstlerisches oder aufklärerisches Wirken mit der Leica.
So entsteht ein flirrendes Porträt einer Kamera und der Menschen, die sie nutzen und nicht müde werden, ihr Schmuckstück zu loben. Die Firma Leitz dürfte an diesem Film ihre helle Freude haben.
Martin Schwarz