„Altbau in zentraler Lage“ ist eine Schaueroper von Hausautorin Raphaela Bardutzky, die von Susanne Frieling für die Kammerspiele des Staatstheater Nürnberg inszeniert wird. Zwei Nachbarinnen wohnen in kleinen Altbauwohnungen in der Morris Street: Zoey, die nachts in einem Club arbeitet, und die taube Konditorin Trisha. Der Eigentümer drängt die beiden zum Auszug und plant bereits die Luxussanierung des Hauses. Zu allem Überfluss suchen Zoey neuerdings musizierende Gespenster aus dem 19. Jahrhundert heim. Sie kontert die übernatürliche Musik mit lautem Techno. Das wiederum ärgert Trisha, die die Geister nicht wahrnimmt, aber von den nächtlichen Bässen geweckt wird. Trotz aller Widrigkeiten entwickelt sich zwischen den beiden eine zarte Freundschaft. Doch ein Auszug scheint unvermeidlich, und eine neue bezahlbare Wohnung zu finden, geradezu unmöglich. In dieser Schaueroper für Techno-Fans treffen realer Miet-Horror auf fantasievollen Geistergrusel, und Lautsprache auf Deutsche Gebärdensprache. Denn ein Team aus tauben und hörenden Schauspieler*innen spielt das Stück gemeinsam: Schauspielerin Anne Zander kommt als Gästin nach Nürnberg und steht gemeinsam mit Mitgliedern des Schauspielensembles auf der Bühne. Der Nürnberger Gebärdenchor wirkt mit und wird in dieser Inszenierung zum Gespenster-Chor. Zwei Gebärdensprachdolmetscherinnen vervollständigen das Ensemble und machen die Aufführung zu einem besonderen Theatererlebnis, das tauben und hörenden Menschen zugänglich ist.