„Fiasko. Fiktionen“ von Tony Tulathimutte, dtv, 384 S., 26 Euro
Dieses Buch präsentiert sieben Erzählungen des 1983 geborenen Tony Tulathimutte – und hat für viel Buzz im amerikanischen Literaturbetrieb gesorgt. Kein Wunder: Tulathimuttes ultramoderne Hauptfiguren können eigentlich aus den Vollen schöpfen, was die persönlichen, virtuellen und sexuellen Freiheiten unserer Zeit angeht. Doch letztlich ersaufen sie in Selbstgerechtigkeit, Selbsthass, Hass. Tulathimutte schafft es allerdings, dass seine Charaktere dabei trotzdem höchst vernünftig klingen in ihren Ansichten, und das macht seine ruchlose Zeitgeist-Satire so gut, und teils auch so unangenehm. Ein krasses, böses Prosa-Fest für alle Fans von Chuck Palahniuk.
Christian Endres