Spielzeitvorschau Theater Rote Bühne
veröffentlicht am 03.08.2026 | Lesezeit: ca. 3 Min. | von
Seit 20 Jahren leitet die Schauspielerin, Tänzerin und Sängerin Julia Kempken das Theater rote Bühne. Und in dieser Jubiläums-Spielzeit steht die Theater-Gründerin und - Leiterin erstmals mit einer Solo-Comedy-Show auf der Bühne. In "Boomer? Na Und" zieht sie nach vier Jahrzehnten auf den Brettern, die ihre Welt bedeuten, die Reißleine: Endlich mal keine Rolle spielen, sondern einfach sie selbst sein! Denn als waschechte Boomer*in weiß sie genau: Ohne Humor ist das Leben eine glatte Fehlkonstruktion. Sie lädt ein zu einer rasanten Reise durch eine hochgradig skurrile Lebenswelt. Dabei packt die Kempken auch Privates aus: über die kreative Kernschmelze mit vier Kindern, die Männer, die ihren Weg kreuzten, und die tägliche Apokalypse an der Selbstscanner-Kasse oder beim Kampf um einen Facharzttermin. Ordnung soll das halbe Leben sein? Pff! Freuen wir uns also auf ein energiegeladenes Best-of aus einem Leben im Schleudergang – garniert mit einer ordentlichen Portion Swingmusik, virtuosem Steptanz und verdammt viel positiver Energie. Ein perfekter Abend für betroffene Boomer zur Selbstreflexion oder für die Generation Z, um die Eltern endlich besser zu verstehen (oder zumindest auszulachen); Premiere der Inszenierung von Michael A. Tomis ist am 23. Okt.
Eröffnet wird die Jubiläums-Spielzeit am 25. Sept. mit der Produktion "Kann denn Liebe Sünde sein" über Querness im Faschismus. Das Ein-Personen-Theaterstück mit Dominik Müller erinnert an den Librettisten Bruno Balz, der wegen seiner Homosexualität inhaftiert wurde, obwohl er für die NS-Filmpropaganda Songtexte wie "Kann denn Liebe Sünde sein" lieferte.
Weiterhin im Spielplan bleiben natürlich auch die Erfolgsproduktionen "Romeo + Julia. Fränkisch Reloaded" (nächste Vorstellungen bereits ausverkauft! ) und der großartige und mehrfach preisgekrönte Bühnenmonolog "Prima Facie" von Suzie Miller. Maria Kempken spielt die Anwältin Tessa, die als Strafverteidigerin erfolgreich Männer verteidigt, die wegen sexueller Übergriffe vor Gericht stehen. Eines Tages erfährt Tessa selbst sexuelle Gewalt - und muss sich jetzt die Frage stellen, wie es mit ihrem Leben weiter gehen soll. Der in vielerlei Hinsicht aufwühlende Monolog ist am 3. und 4. Okt., sowie am 27. Nov. erneut zu erleben.
Ebenfalls weiter im Spielplan und aktueller denn je ist die Zeit-Reise ins wilde Nürnberg der 1920er-Jahre. In "Das Cabinet des Dr. Schmidt" prallen unterschiedliche Welten dicht aufeinander: Mittelalterromantik und Dürer versus Nackttänze und Flachdachgebäude. Eine spannende und wegweisende Zeit, die Ära der Weimarer Republik, nicht nur am Bauhaus – auch in Nürnberg. Nächste Vorstellungen am 17. u. 18. Okt.
Alle Infos unter www.rote-buehne.de