Ein Stern genügt, um an das Licht zu glauben
veröffentlicht am 02.06.2026 | Lesezeit: ca. 2 Min. | von
Hinter dem sehr poetischen Titel „Ein Stern genügt, um an das Licht zu glauben“ versteckt sich eine feministisch zu nennende Ausstellung im Neuen Museum in Nürnberg, die wenig mit Poesie zu tun hat, dafür aber mit Realitäten der Stellung der Geschlechter bzw. der Stellung der Frau. Die Ausstellung untersucht exemplarisch die Rolle von Frauen in der Vergangenheit und Gegenwart der deutschen Literatur. Zu den behandelten Themen gehören die Selbstfindung von Frauen durch das Schreiben im Laufe der Geschichte (im Konflikt mit kulturellen und gesellschaftlichen Erwartungen), Migration nach und aus Deutschland sowie innerhalb Deutschlands. Auch spirituelle Erfahrung und Expertise, Depression und Hoffnung, Krieg, Armut und Zugang zu Ressourcen sowie Humanismus und Diskriminierung gehören zum Spektrum. Die Autorinnen erheben ihre Stimmen, zu denen die amerikanische Künstlerin Alexandra Grant (geboren 1973) ein künstlerisches Echo schafft. Durch Typografie und Komposition, die die Künstlerin für jeden Text spezifisch entwickelt, thematisiert sie weibliche Sprache und weibliche Erfahrungshorizonte. Die Liste der Autorinnen, deren Texte Grant bearbeitet, umfasst Christina Ebner (geb. Nürnberg, 1277–1356), Maria Catharina Stockfleth (geb. Nürnberg, 1633–1692), Gisela Elsner (geb. Nürnberg, 1937–1992), Hélène Cixous (geb. Oran, Algerien, 1937), Fatma Aydemir (geb. Karlsruhe, 1986), Rasha Khayat (geb. Dortmund, 1978), Pauline Füg (geb. Leipzig, 1983, arbeitet in Nürnberg) und Olivia Wenzel (geb. Weimar, 1985). Damit besteht bei vier Schriftstellerinnen ein Bezug zu Nürnberg. Die Auswahl zeigt aber auch eine inhaltliche Verbindung des weiblichen Kosmos über die Jahrhunderte hinweg. Alle Texte thematisieren Wege in die Dunkelheit, aber auch Licht und Hoffnung. Zu sehen ist die Ausstellung mit den acht großformatigen Werken (3,9 x 4,5 Meter) vom 17. Juli bis zum 11. Oktober im Neuen Museum.