Malerei & Grafik

Dreck unter den Nägeln

veröffentlicht am 31.05.2026 | Lesezeit: ca. 2 Min. | von DP Redaktion

Eva Nüßlein, Zum Stiefmütterchen lege ich mich unter euer Trampolin und gräme mich, 2025, Acryl auf Leinwand, 170 x 130 cm

Eva Nüßlein, Zum Stiefmütterchen lege ich mich unter euer Trampolin und gräme mich, 2025, Acryl auf Leinwand, 170 x 130 cm, Foto © Steve Braun

Mit „Dreck unter den Nägeln“ zeigt das Kunstpalais Erlangen eine Ausstellung der Berliner Künstlerin Eva Nüßlein. Sie studierte an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg, ist Sängerin der Post-Punk-Band Ambiviolenz und überträgt die Energie von Musik und Subkultur direkt in ihre Malerei. Ihre Bilder funktionieren wie Songs: rhythmisch, wiederholend und voller eingängiger Motive. Geschminkte Gesichter, grelle Farben und flammende Haare verdichten sich zu Szenen, die wie Erinnerungsfragmente einer langen Nacht wirken. Dabei verbindet die Künstlerin expressive Malerei mit Einflüssen aus Manga und Cartoon. Große Augen, überzeichnete Gesten und bewusst verschobene Perspektiven lösen die Figuren aus realistischer Darstellung und machen innere Zustände sichtbar. Im Zentrum stehen meist androgyn wirkende Figuren, die sich innerhalb der Bilder spiegeln oder variieren. Wiederkehrende Themen sind Zugehörigkeit, Erwachsenwerden und die Frage nach Räumen, in denen man sich zeigen kann, ohne sich erklären zu müssen. Gerade darin liegt die politische Dimension von Nüßleins Arbeiten. Die Künstlerin, selbst aus der Arbeiterklasse kommend, versteht Zugänglichkeit ausdrücklich als Haltung. Ihre Malerei verweigert kunsttheoretische Abschottung und setzt stattdessen auf Direktheit, Emotion und Wiedererkennbarkeit.

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