Mehr als Bewegung
veröffentlicht am 27.04.2026 | Lesezeit: ca. 1 Min. | von Ludwig Märthesheimer
Emilio Vedova Omaggio a Dada Berlin’64/’65 n. 13, 1964 -1965, Foto © Fondazione Emilio e Annabianca Vedova, Venedig, Foto: Vittorio Pavan, Venedig
Bewegung war für Emilio Vedova niemals bloße Geste. Sie war Haltung, Widerstand, Energie. Unter dem Titel „Mehr als Bewegung um ihrer selbst willen“ widmet sich das Museum Lothar Fischer einer Werkphase, in der Vedova seine Kunst radikal in den Raum öffnete.
1963 kam Vedova als Stipendiat der Ford Foundation nach Berlin. Die Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit und der politischen Spannung der geteilten Stadt prägten sein Schaffen. Im Zentrum der Ausstellung stehen rund 30 Arbeiten aus den Jahren 1963 bis 1965. Neben den Plurimi – beweglichen, in den Raum ausgreifenden Bildtafeln – werden Modelle, Collagen und Papierarbeiten gezeigt. Ein Schlüsselwerk ist das „Absurde Berliner Tagebuch ’64“, präsentiert auf der documenta III in Kassel. Flankiert wird die Schau durch Arbeiten von Bert Jäger sowie Bezüge zu den Künstlergruppen SPUR und GEFLECHT. So entsteht ein Panorama künstlerischer Verflechtungen zwischen Venedig, Berlin und Bayern.