Wenn es draußen so richtig kalt wird, ist es im Kino umso gemütlicher – und für einen Besuch im Filmhaus Nürnberg gibt es im November und Dezember viele gute Gründe: Von italienischen Komödien über restaurierte Stummfilmklassiker bis hin zum griechischen Kino ist für viele abwechslungsreiche Filmstunden gesorgt.
Mit einer Hommage an Dino Risi ehrt das Filmhaus einen Meister der italienischen Komödie. Risi (1916–2008) war einer der produktivsten Regisseure Italiens. Zwischen 1951 und 2005 drehte er mehr als 50 Filme für Kino und Fernsehen und arbeitete dabei mit den großen Stars seiner Zeit. Das Filmhaus zeigt im November eine Auswahl seiner Werke aus den Jahren 1955 bis 1971, zum Teil in raren 35-mm-Kopien.
Die Stummfilmmusiktage starten diesmal mit einem ganz besonderen Höhepunkt: Als Nürnberg-Premiere wird die neue 4K-Restaurierung von F. W. Murnaus Meisterwerk Sonnenaufgang – Ein Lied von zwei Menschen präsentiert. Damit ist der Film erstmals seit fast 100 Jahren in einer Fassung zu erleben, die seinem ursprünglichen Erscheinungsbild sehr nahekommt. Vom 6. bis 8. November stehen Filmklassiker und Filmkonzerte auf dem Programm, außerdem gibt es Kinoerzähler*innen zu erleben, die Buster-Keaton-Kurzfilme live begleiten.
Auch die Griechischen Filmtage gehen in die nächste Runde. Das beliebte Filmfestival findet bereits zum neunten Mal in Kooperation mit dem Griechischen Kunstclub e. V. im Filmhaus statt. Zur Eröffnung am 18. November ist Regisseur Sebastian Chondrokostas zu Gast, der seinen Film Lachtara persönlich vorstellen wird.
Im Dezember dürfen Sie sich auf Cinema! Italia! freuen, aber auch auf Marlene Dietrich - zum Jahresende widmet ihr das Filmhaus anlässlich ihres 125. Geburtstags einen eigenen Programm-Schwerpunkt.
Davor gibt es aber noch spannende Neustarts zu entdecken, hier eine Auswahl:
- Ausgezeichnet auf der Berlinale 2026 mit dem Caligari-Filmpreis und Tschechiens Kandidat um den Oscar für den besten internationalen Film 2027: If Pigeons Turned to Gold (ab 04.11.) ist eine schonungslose Collage, in der Regisseurin Pepa Lubojacki über Jahre Familienmitglieder begleitet und generationenübergreifenden Traumata nachspürt.
- Helene Weigel war mehr als die Frau an Bertolt Brechts Seite: Ikone des deutschen Theaters, Revoluzzerin, Emigrantin, Jüdin und staatenlose Weltbürgerin. Digitalisiertes Archivmaterial, Briefe und Stimmen von Zeitzeug*innen lassen mit Helene Weigel – Revolutionärin im Rampenlicht (ab 11.11.) eine faszinierende Persönlichkeit und die künstlerisch-intellektuelle Symbiose von Weigel und Brecht neu sichtbar werden.
- Brydie O'Connors Langfilmdebüt gelingt eine Mammutaufgabe: Der schillernd-charismatischen Persönlichkeit Barbara Hammer (1939–2019) gerecht zu werden. Hammer war Vorreiterin lesbisch-queerer Selbstrepräsentation, verführerische Liebhaberin und experimentier- wie risikofreudige Filmemacherin. Barbara Forever (ab 18.11.) wurde mit dem 40. Teddy-Award für den besten Dokumentarfilm auf der Berlinale 2026 ausgezeichnet.
- Am 6. Dezember 2025 starb Martin Parr im Alter von 73 Jahren. Als Mitglied der legendären Agentur Magnum prägte er die zeitgenössische Fotografie mit seiner politischen und zutiefst menschlichen Bildsprache. I am Martin Parr (ab 25.11.) verbindet Archivmaterial mit Aufnahmen des heutigen Großbritanniens und lässt Parr selbst über sein Werk sprechen. 2025 war seine Ausstellung GRAND HOTEL PARR im Neuen Museum Nürnberg zu sehen.
Weitere Infos unter: kunstkulturquartier.de/filmhaus