Kinostart: 05.11., Regie: Jan Rahbek
Darsteller: Ava Knox Martin, Rasmus Botoft und viele kleine Trolle
In „Border“ kamen sie aus Schweden, im Harry-Potter-Universum haben sie sich auch getummelt, und im Internet ist eine ganz üble Sorte aktiv. Die Rede ist von Trollen, mythologische Wesen, mal riesig, mal – wie hier – winzig klein, mal mit, mal – wie hier – ohne besondere Kräfte. In diesem pfiffigen Mix aus Real- und Animationsfilm leben die kleinen Trolle auf der dänischen Insel Bornholm, und zwar unterirdisch, seitdem sie mit den Menschen aneinandergeraten sind. Seither werden die Humanoiden als Monster verteufelt, und wer sich an die Inseloberfläche wagt, muss lebensmüde sein.
Das wiederum hält den kleinen Troll Billy nicht davon ab, nach oben auszubüxen. Er hat die Schnauze voll von den ewigen Vorhaltungen seiner Eltern Bobbasina und Bobbaracus, er würde immer nur Quatsch machen (was tatsächlich stimmt). Und Höhlenmeister wie sein Vater will er später sowieso nicht werden!
Gesucht wird Billy an der Erdoberfläche von seiner viel vernünftigeren kleinen Schwester Bonny. Die beiden geraten in ein Abenteuer, bei dem das Menschenmädchen Trine (Ava Knox Martin) eine wichtige Rolle spielt. Und gemeinsam gehen sie gegen die Pläne von Trines Vater, einem Unternehmer, vor. Der will nämlich einen Freizeitpark bauen und dafür ein tiefes Loch in die Erde sprengen – das wäre das Ende der Trolle.
Mit ihren großen Knopfaugen werden die frechen kleinen Wesen sicherlich viele Freunde bei Groß und Klein finden. Regisseur Jan Rahbek erzählt mit ihnen eine flotte Geschichte über Freundschaft und Toleranz, mit hübschen Nebenfiguren wie den drei Trollen vom „Widerstand“ und an „Star Wars“ erinnende Flugeinlagen mit Fledermäusen. Der Clou: Die unterirdische Welt der Trolle ist animiert, aber sobald Billy die Oberfläche betritt, erreicht er die reale Welt. Das macht – bis auf eine überflüssige Traumsequenz mit doofem Kinderlied – viel Spaß.
Martin Schwarz