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Free At Heart

veröffentlicht am 17.10.2026 | Lesezeit: ca. 2 Min. | von DP Redaktion

Kinoticket

Kinoticket, Foto © pixabay/igorovsyannykov

Kinostart: 29.10.; Regie: Max Hegewald;
Darsteller: Aurel Klug, Linus Moog

Als sensibler Fußballer, der sein Coming Out wagt, hat Aurel Klug in der ARD-Soap „Sturm der Liebe“ für Furore gesorgt. Nun überzeugt er in ähnlicher Rolle als Teenager, der sich in den Sohn seiner Pflegefamilie verliebt. Die anfängliche Skepsis weicht bald einer ziemlich besten Freundschaft. Als wäre die sexuelle Orientierung nicht problematisch genug in der rückständigen Provinz, teilen die Teenies noch ein ganz besonderes Geheimnis. Als die verliebten Jungs schließlich doch noch zusammenfinden, drohen neue Gefahren. „Fuck Off“ wird von selbsternannten Tugendwächtern in großen Buchstaben an die Hauswand geschmiert. Und das ist erst der Anfang dessen, was der homophobe Mob noch an hinterhältiger Heimtücke bereithält: „Jagdszenen aus Niederbayern“, ein halbes Jahrhundert später nun in Niedersachsen.
Zehn Jahre hat er an dem Coming-of-Age-Drama gearbeitet, mit dem er hier als Autor und Regisseur sein Kinodebüt gibt. Mit psychologischer Präzision entwickelt er glaubwürdig seine jugendlichen Figuren, die zwischen Unsicherheit, Trotz und der ersten großen Liebe hin- und hergerissen sind. Mit visuellem Einfallsreichtum lässt er in idyllischen Naturbildern seine schwer verknallten Helden ihre erotischen Träume im Feinripp ausleben. Auch die gemeinsame Mofa-Fahrt in „Titanic“-Pose darf nicht fehlen, die jener aus „Sommer 85“ von François Ozon in nichts nachsteht. Wie der erfahrene Franzose hat auch der deutsche Jungfilmer reichlich Glück mit seinen jungen Akteuren. Linus Moog und Aurel Klug geben die verliebten Jungs mit leinwandpräsenter Lässigkeit. Ihr charismatischer Charme lässt manche dramaturgischen Längen und Klischees leicht vergessen. Zur Belohnung gab’s beim Oslo Film Festival den begehrten Publikumspreis.
Dieter Oßwald

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