Kleinkunst

Kann denn Liebe Sünde sein?

veröffentlicht am 29.09.2026 | Lesezeit: ca. 1 Min. | von Manfred Kunz

Dominik Müller - Kann denn Liebe Sünde sein?

Dominik Müller - Kann denn Liebe Sünde sein?, Foto © Julia Lormis

Als der Librettist Bruno Balz im Jahr 1941 den Klassiker „Davon geht die Welt nicht unter” für einen kommenden Propagandafilm schreibt, sitzt er gerade im Gefängnis. Die Gestapo hat ihn kurz vorher aufgrund seiner Homosexualität festnehmen lassen. Obwohl seine Texte in der Vertonung von Zarah Leander äußerst erfolgreich sind, darf sein Name nicht mehr öffentlich auftauchen. Fotos von ihm werden vernichtet und er wird gezwungen, eine heterosexuelle Ehe einzugehen. Auch in unserer Gegenwart sind Personen, die nicht der heterosexuellen Norm entsprechen, wieder vermehrt körperlicher oder verbaler Gewalt ausgesetzt. Der Blick in die Vergangenheit dient der roten Bühne als Sicht in eine mögliche Zukunft. In einer Mischung aus Musik und Monolog wird Bruno Balz durch den Sänger und Schauspieler Dominik Müller neu auf die Bühne geholt. Anhand seines Falls lässt sich der Wandel von der offenen Gesellschaft in den 1920ern zum Faschismus der 30er und 40er Jahre nachvollziehen. Welche Erkenntnisse können wir daraus für die heutige Gesellschaft ziehen? In welcher Art von Gesellschaft wollen wir leben?

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