Das Programm „More New Ballets Russes“ will den Geist von Serge Diaghilev und seiner ikonischen Compagnie der 1920er Jahre, „Les Ballets Russes“, neu beleben. In Anlehnung an Diaghilevs Leidenschaft dafür, neue Stimmen mit Werken zu beauftragen, präsentiert „More New Ballets Russes“ Uraufführungen zweier der vielversprechendsten Choreograf*innen für zeitgenössisches Ballett. Der aus Südafrika stammende Mthuthuzeli November bietet einen frischen Ansatz zu Strawinskys „Frühlingsopfer“ („Le sacre du printemps“), der sowohl Einflüsse des Balletts als auch des afrikanischen Tanzes nutzt, um das Spannungsverhältnis zwischen Modernismus und Mythos zu untersuchen, das im Zentrum dieses kanonischen Werkes steht. Die französisch-amerikanische Choreografin Rachelle Scott bearbeitet Debussys „Nachmittag eines Fauns“ („L’après-midi d’un faune“) neu, angereichert mit einer Neukomposition von Davidson Jaconello, und erkundet darin die flüchtige Natur menschlicher Erinnerung und Sehnsucht. Der Dreiteiler wird komplettiert durch einen Akt von Geschichtsrevision: die Uraufführung von Richard Siegals „Le bœuf sur le toit“. Jean Cocteaus Original „Le bœuf“ zur Musik von Darius Milhaud wurde den Ballets Russes zwar angeboten, aber schlussendlich von Diaghilev abgelehnt. Siegals Uraufführung führt Diaghilevs fantasievollen und erfinderischen Geist konsequent weiter und nutzt ihn wiederum, um über dessen Vermächtnis zu reflektieren und seinen Geist neu zu beleben.