Theater

Felix Krull - Stunde der Hochstapler

veröffentlicht am 13.05.2026 | Lesezeit: ca. 2 Min. | von Manfred Kunz

Berliner Ensemble: Felix Krull

Berliner Ensemble: Felix Krull, Foto © JR Berliner Ensemble

Wir alle spielen Theater. Ob auf Instagram, im Beruf oder in der Liebe: Verwandlungskunst und Selbstinszenierung gehören zum Alltag. Doch keiner spielt seine Rolle so perfekt wie Felix Krull. Sohn eines bankrotten Schaumweinfabrikanten, charmant, gewandt und mit einer Vorliebe für Luxus, schlittert er durch die feine Gesellschaft. Mit der Leichtigkeit eines Taschenspielers tauscht er Identitäten, täuscht Adel und Hoteliers, bezaubert Damen und Herren gleichermaßen. Sein größter Coup? Der Rollentausch mit dem Marquis de Venosta – ein Sprungbrett in eine Welt voller Glanz und Grandhotels. Thomas Manns Erzählung „Felix Krull“ ist ein Meisterwerk der Täuschung, ein funkelndes Spiel mit Schein und Sein. Kein Satz kommt ohne doppelten Boden aus, kein Wort ohne Augenzwinkern. Der Roman feiert die Kunst der Verwandlung und entlarvt zugleich eine Gesellschaft, die sich nach schönen Illusionen sehnt. Felix ist kein Betrüger im klassischen Sinne – er erfüllt Erwartungen, spiegelt Wünsche und wird so zu genau dem, was andere in ihm sehen wollen. Alexander Eisenach hat den Text für die Bühne bearbeitet und am Berliner Ensemble mit Constanze Becker, Jonathan Kempf, Sina Martens, Martin Rentzsch und Marc Oliver Schulze inszeniert.


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