Erwartung - Der Marco Effect - Ulrich Thomsen

Erwartung - Der Marco-Effekt

Kinostart: 2.6.; Regie: Martin Zandvliet
Besetzung: Ulrich Thomsen, Zaki Youssef, Sofie Torp

Krimis im Film sind längst Massenware. Entsprechend lieblos und vorhersehbar fallen viele davon aus. Galt Skandinavien lange als Garant für starke Stoffe, ist dieses Image mittlerweile angekratzt. Morden im Norden kommt nicht selten so unoriginell und bieder daher, wie der tägliche Krimi-Brei hiesiger TV-Sender. Wie tragisch der Absturz ausfallen kann, zeigt sich hier. Nach vier enorm erfolgreichen Verfilmungen der Romane von Jussi Adler-Olsen, gerät dieser Fall von Ermittler Carl Mørck zum großen Flop. Schwache Story ohne Spannung. Figuren aus der Klischeekiste. Lustlose Inszenierung. Dialoge zum Einschlafen. Schauspieler im Autopilot. Den deutschen Titel „Erwartung" zu nennen, zeugt immerhin von Selbstironie des Verleihs von diesem Malen-nach-Zahlen-Thriller. Zum Auftakt wird der Teenager Marco im Zug nach Dänemark von der Polizei aufgegriffen. Er besitzt den Reisepass des vermeintlichen Verbrechers William Stark, der vor Jahren spurlos verschwand. Kommissar Mørck muss den alten Fall wieder aufrollen und stößt dabei in ein Wespennest aus Kindesmissbrauch, Korruption und Verschwörungstheorien. Die üblichen Verdächtigen tauchen auf und ebenso schnell wieder ab. Der verstörte Teenie mit mysteriöser Vergangenheit fasst langsam Vertrauen zum gemütlichen Cop. So schlicht die Story, so einfallslos wird das Puzzle präsentiert. Wendungen der willkürlichen und beliebigen Art verhindern echte Spannung. Eindimensionale Figuren ohne Empathie-Potenzial geraten zu dramaturgischen Totgeburten, die dem Publikum rasant schnell gleichgültig werden. Aus Kostengründen wurde die Produktion nach Tschechien verlegt: Billige Bilder statt nordische Coolness machen das Fiasko auch visuell komplett. Thriller-Schrott vom Wühltisch, der auf der Leinwand nichts zu suchen hat.
Dieter Oßwald

Stand: 27.05.2022

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