Die Adern der Welt - Bat Ireedui Batmunkh, Ariunbyamba Sukhee

Die Adern der Welt

Filmstart: 29.7. Regie: Byambasuren Davaa
Darsteller: Bat-Ireedui Batmunkh, Enerel Tumen, Yalalt Namsrai u.a.

Im Presseheft ist vom ersten Spielfilm der Regisseurin Byambasuren Davaa die Rede, aber das stimmt so nicht. Beziehen doch alle bisherigen vier Filme der Mongolin, die vor 20 Jahren in München Dokumentarfilmregie studiert hat, ihren besonderen Reiz durch eine Vermischung von Realität und Fiktion; das war schon 2003 bei ihrem Welterfolg „Die Geschichte vom weinenden Kamel" so und ist in „Die Adern der Welt" nicht anders. Der einzige Unterschied: Dieses Mal gab es ein echtes Drehbuch. Und das hat Davaa nach einem Besuch ihrer alten Heimat geschrieben, als sie mitansehen musste, wie der ungehinderte Rohstoffabbau die Natur verschandelt und den Nomaden in der Mongolei die Lebensgrundlage entzieht.
Der zwölfjährige Amra lebt mit seinen Eltern Zaya und Erdene und der kleineren Schwester Altaa ein typisches Nomadenleben in einer Jurte. Zaya bewacht die Ziegen, Erdene repariert Autos und verkauft den selbstgemachten Käse. Eines Tages winkt Amras Lehrerin mit einem Formular: Wer möchte, kann sich für die Castingshow „Mongolia's Got Talent" bewerben, nach einer Vorauswahl winkt der Auftritt im Fernsehen. Amra ist Feuer und Flamme – und er kann richtig gut singen. Doch auf der Heimfahrt vom Casting passiert es: Erdene baut einen Autounfall und stirbt, Amra bleibt unverletzt. Doch von nun an fühlt er sich als Mann im Haus und arbeitet heimlich bei illegalen Goldschürfern, um seine Mutter finanziell zu unterstützen. Doch diese Schürfer sind nicht das Problem, sondern jene Multis, die ohne Skrupel das wunderschöne Land umgraben und gegen die Erdene einen erbitterten Kampf geführt hat. Zucker im Tank der Maschinen wird da auf Dauer nicht genügen.
Geschickt verbindet Byambasuren Davaa in ihrem familientauglichen Drama die Träume und das turbulente Leben ihres kleinen Helden mit einer Anklage gegen die unfassbare Naturzerstörung durch Goldabbau, kontrastiert Bilder der betörenden Natur in der mongolischen Steppe mit Aufnahmen von Mondlandschaften, nachdem die internationalen Firmen gehaust haben. Dass das Ganze nicht auf pure Gesellschaftskritik reduziert werden kann, dafür sorgt vor allem Hauptdarsteller Bat-Ireedui Batmunkh mit seinem Charme – und die faszinierende Nomadenkultur mit ihren Riten und Liedern.

Martin Schwarz

Stand: 29.07.2021

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