Buch
 

Irisches Krimihighlight

Dervla McTiernan - Todesstrom

„Todesstrom" von Dervla McTiernan. Heyne 2019, Broschur, 459 Seiten, 12,99 Euro

Der Tod des Jugendlichen Jack sieht zunächst wie ein Unfall aus, Zeugen wollen gesehen haben, wie er von der Brücke in den Fluss gesprungen ist. Doch an dieser, auch für die Ermittlungen so bequemen Version, kommen sehr schnell Zweifel auf, vor allem seine Lebensgefährtin Aisling kann das nicht glauben. Gemeinsam mit Maude, der älteren Schwester von Jack, die aus Australien zurück nach Galway gekommen ist, sammelt sie Beweise, um eine polizeiliche Untersuchung zu erwirken.
Ermittler DI Cormac Reilly kennt beide: Maude und Jack. Er hat sie vor 20 Jahren, als er als junger Mann gerade bei der Polizei angefangen hatte, kennen gelernt. Es waren besondere Umstände: Maude hatte die Polizei gerufen, da sie ihre tote Mutter im ersten Stock des Haus aufgefunden hatte. Doch nun gibt es auch Zweifel an diesem Todesfall. DI Reilly soll die Ermittlungen aufnehmen, und diese führen zwangsläufig auch zu den aktuellen Ereignissen: Jacks Tod.
Gekonnt verschachtelt ist dieser Krimi von Dervla McTiernan, den sie aus einer eigenen Kurzgeschichte weiter entwickelt hat – und dies in perfekter Art und Weise. Die Charaktere erhalten Raum, sind plastisch, und das Geschehen um sie herum nimmt immer mehr bedrohliche Formen an. Misstrauen herrscht allerorten, gegenseitige Schuldzuweisungen erschweren das Vorankommen der Ermittlungen. Und schließlich offenbart das großartig konzipierte Finale trostlose Abgründe. Ein menschlich-soziales Drama schlimmster Inhalte läuft vor dem Leser ab mit unglaublichen Wendungen.
„Todesstrom" ist ein ganz großer Wurf. Ein weiterer Roman mit DI Cormac Reilly ist im Original bereits erschienen. Freuen wir uns drauf.

Rainer Scheer

Stand: 09.09.2019

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