Film
 

Nowhere Special

James Norton, Danial Lamont

Filmstart: 7.10., Regie: Uberto Pasolini
Darsteller: James Norton, Danile Lamont Eileen O'Higgins

Es sind besonders die kleinen Szenen und Gesten, die diesen Film groß machen: die 34. Kerze zum 33. Geburtstag, ein toter Käfer, ein davonfliegender roter Luftballon, eine Leiter, die sich als zu hoch erweist. Bereits mit „Mr. May und das Flüstern der Ewigkeit" über einen Mann, der die Verwandten allein Verstorbener sucht, hatte der italienische Regisseur Uberto Pasolini 2013 seine Könnerschaft im leisen Erzählen bewiesen.
Nach außen hin versucht John (James Norton) Ruhe auszustrahlen, sich mit der unmöglichen Situation abzufinden. John ist selbstständiger Fensterputzer in einer nordirischen Stadt, erzieht seinen vierjährigen Sohn Michael (Daniel Lamont) alleine – und ist unheilbar krank. Die wenige Zeit, die ihm noch bleibt, will er dazu nutzen, für seinen Sohn geeignete Ersatzeltern zu finden. Also zieht er mit einer Frau vom Adoptivamt von Anwärtern zu Anwärtern – eine schwierige Aufgabe. Soll es das wohlhabende Ehepaar werden oder die alleinstehende Frau? Oder doch die Großfamilie? Und Michael? Der eher schweigsame Junge mit den großen braunen Augen beginnt Fragen zu stellen, weiß er doch nichts vom Zustand seines Vaters.
Bei so viel Emotionalität tut Autor und Regisseur Uberto Pasolini das einzig Richtige: Er übt in Inszenierung und Schauspielerführung die größtmögliche Zurückhaltung, James Norton („Little Women") ist brillant in seinem minimalistischen Spiel. So entsteht ein sensibles, vom Kameramann Marius Panduru in langsamen, eleganten Bildern eingefangenes Drama über ein Leben, das endet, und über ein anderes, das geplant werden muss. Und es geht einem das Herz auf, wenn man miterleben darf, wie nah sich Vater und Sohn sind. Und das Schönste: „Nowhere Special" entlässt einen in seiner Philanthropie auch versöhnlich aus dem Kino.

Martin Schwarz

Stand: 03.10.2021

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