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Filmhaus Nürnberg

Alles ist eins. Außer der 0.

In den nächsten Wochen stehen im Filmhaus Nürnberg die Neustarts im Fokus: den Anfang macht Alexander Kluges rauschhafter Musik-Essay "Orphea" mit einer sensationellen Lilith Stangenberg in der Rolle der Orphea, die in Anlehnung an den Mythos hier nicht nur ihren geliebten Eurydiko, sondern alle Toten aus dem Hades befreien will. Dieses ist im transsexuellen Underground von Manila angesiedelt, wo sie eine Antwort auf die Migrationsdramen der Gegenwart sucht (ab 28.7.). Der Dokumentarfilm "Alles ist eins. Außer der 0." setzt der bekanntesten deutschen Hackervereinigung, dem Chaos Computer Club, ein stilsicheres, kraftvolles und würdiges Denkmal. Zur Vorstellung am 31.7. um 20 Uhr ist der Regisseur Klaus Maeck zu Gast im Filmhaus. Sabine Derflingers Dokumentarfilm "Die Dohnal" ist ein Juwel für alle Augen und das vielschichtige Porträt über Johanna Dohnal, der Ikone der österreichischen Frauenbewegung und der ersten explizit feministischen Politikerin Europas (ab 5.8.). In der Kunstwerkstatt Mosaik arbeiten Künstler*innen mit Behinderung, die Sabine Herpich bei ihrer Arbeit beobachtet und in "Kunst kommt aus dem Schnabel wie er gewachsen ist" portraitiert – dabei stellt sie nicht die Behinderung der Menschen, sondern deren künstlerische Arbeit ins Zentrum. Am 10.8. um 21 Uhr ist die Regisseurin anlässlich der Preview beim SommerNachtFilmFestival zu Gast in der Katharinenruine (ab 12.8. im Kino). Mohammad Rasoulofs preisgekröntes Werk "Doch das Böse gibt es nicht" erzählt Geschichten über vier Menschen, deren Leben vor existenziellen Herausforderungen stehen und Antworten auf Fragen suchen, wie integer ein Mensch in einem absoluten Regime bleiben kann, oder welche moralische Schuld er ertragen kann, ohne daran zu zerbrechen (ab 19.8.). Regisseur Pietro Marcellos Roma-nadaption von Jack London "Martin Eden" handelt von einem jungen Mann proletarischer Herkunft, will diese hinter sich lassen. Auch wenn er sein eigentliches Ziel, ein erfolgreicher Schriftsteller zu werden, erreicht, zerstört ihn der zunehmende Individualismus des 20. Jahrhunderts (ab 25.8.).

Selbstverständlich bespielt das Filmhaus im Rahmen des SommerNachtFilmFestivals auch diesen Sommer wieder die Katharinenruine. Der Auftakt am 1.8. findet in Anwesenheit einer der wichtigsten Filmautoren Deutschlands statt: Edgar Reitz wird seinen Film "Der Schneider von Ulm" präsentieren. Der Film geht über den Flugpionier Ludwig Berblinger, der immer letzten Jahr seinen 250. Geburtstag hatte – genauso wie Beethoven, Hegel oder Hölderlin. Ein Stummfilm ist auch mit dabei: das letzte große Meisterwerk von Buster Keaton "Steamboat Bill Jr." ist voller spektakulärerer Stunts und bringt garantiert auch die Kleinsten zum Lachen – Kinder bis 14 Jahren haben dabei in Begleitung eines Erwachsenen sogar freien Eintritt. „Einer der besten Filme der jüngeren Zeit über Rassismus" ist laut der Zeit "Judas and the Black Messiah" – das Werk überführt die Geschichte des Black Panther Hampton in heutige Kontexte.

Auch für die kleinen Cineasten gibt es ein buntes Programm in den Sommerferien, u. a.: "Der geheime Garten", ein wundersamer Ort, an dem die Waise Mary Dinge entdeckt, die ihr Leben für immer verändern werden (ab 10 J.). In "Meine wunderbar seltsame Woche mit Tess" lernt Sam die eigensinnige Tess kennen, die ihn für einen waghalsigen Plan benötigt – das Abenteuer kann beginnen (ab 8 J.). "Die total verrückte Zauberinsel" ist voller schräger und nerviger Figuren – denn sie wurde vor langer Zeit von einer Hexe verflucht (ab 6 J.). "Catweazle" ist eine Hommage an die damals gleichnamige britische Serie, in der sich der kauzige Magier Catweazle versehentlich in die „Anderswelt" des 21. Jahrhunderts katapultiert (ab 8 J.). "Sommer-Rebellen" ist ein „liebevoll schnörkelloser Film, der seine Charaktere über das Leben, den Tod und das Glück nachdenken lässt." (ab 8 J.). Weitere Infos unter
www.filmhaus.nuernberg.de

Stand: 28.07.2021

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