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The Notwist

The Notwist

Des Deutschen liebste Indie-Band aus der bayerischen Provinz Weilheim, längst auf der Weltkarte der TopTier-SoundNerds fest kartographiert, haben sich nach sieben Jahren zu einem neuen Album aufgemacht: Auf „Vertigo Days" (Morr Music/Indigo) schlendern The Notwist wieder traumwandlerisch souverän zwischen melancholisch-weichgezeichnetem Pop, wohldosiertem Ambient, lässigen Indie-Pattern, flirrend-nervöser Elektronica und nebulös-kauzigem Krautrock. Dabei hat sich das Kerntrio - Markus und Micha Acher sowie Cico Beck - mit Wanderkarte, Kompass und Mut zur Experimentallücke wieder über alle Stilgrenzen und Genres bewegt, damit es auch ihnen nicht langweilig wird: „Wir wollten das Konzept einer Band in Frage stellen, indem wir andere Stimmen und Ideen, andere Sprachen einbringen und auch die Idee der nationalen Identität in Frage stellen oder verwischen", erklärt Markus. Jeder der Drei war in den vergangenen Jahren in unterschiedlichsten Strukturen, Stilistiken und Formaten unterwegs, und so prägen Gruppenimprovisationen und fließend-kollektivistische Prozesse den Sound, der nicht das Notwist-Terrain verläßt, nur die Ränder deutlich-intensiver mitabdeckt, freier, offener, frischer daherkommt. Und so schlagen sie die Brücke vom gestern („Where You Find Me"-der idealtypische Notwist-Indie-Sound) bis zum Morgen („Al Sur"-kakophonisches Nervoso). Die Texte des Albums sind weniger Songzeilen, sondern fühlen sich laut Markus „eher wie ein langes Gedicht an, da sich die Situation so dramatisch änderte, während wir an der Platte arbeiteten, wurde das Thema „das Unmögliche kann jederzeit passieren", bei dem es anfangs eher um persönliche Beziehungen ging, zu einer globalen und politischen Geschichte". Der Drang nach neuen Klängen und Gästen ist dieser Platte klar anzuhören: Vor der Fertigstellung reisten die Songbausteine digital um den Globus und kamen mit Beiträgen der argentinischen Songwriterin Juana Molina („Al Sur"), der japanischen Sängerin Saya vom Pop-Duo Tenniscoats („Ship") und der amerikanischen Jazz-Klarinettistin Angel Bat Dawid („Into the Ice Age") zurück. Und wo stehen The Notwist damit jetzt: Indietronic-Nerds, kauzige Globalfrickler, Systemsprenger oder einfach nur alles zusammen The Notwist 2021?

Jürgen Parr

Stand: 16.03.2021

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