Spiel
 

„Tal der Wikinger“

Tal der Wikinger

ist das Kinderspiel des Jahres 2019

Kompliment. Der Verlag mit den auffälligen gelben Kartons konnte seinen Erfolg aus dem Vorjahr wiederholen. 2018 gewann „Funkelschatz" von Lena und Günter Burkhardt, das Vater-Tochter-Spiel, veröffentlicht bei Haba.

In diesem Jahr nun konnte sich „Tal der Wikinger" von Wilfried und Marie Fort, ein taktisches Geschicklichkeitsspiel für 2 bis 4 Spieler ab 6 Jahren durchsetzen und verwies damit die beiden anderen Nominierten „Fabulantica" von Marco Teubner (Pegasus Spiele) und „Go Gecko Go!" von Jürgen Adams (Zoch Verlag) auf die Plätze. Die Auswahl zum Kinderspiel des Jahres erfolgte übrigens aus 125 neuen Kinderspieltiteln.

Im „Tal der Wikinger" geht es fröhlich her. Es gilt, Fässer umzukegeln. Dazu wird der „Papp-Kugelschubser" in die Hand genommen, ordentlich gezielt (Zielwasser befindet sich nicht im Lieferumfang des Spiels) und dann rollt die Kugel von einer der vier auf dem Plan aufgedruckten Rampen hinein in die Ansammlung von Fässern. Die Fässer haben unterschiedliche Farben. Alle Wikinger, die auf dem Steg stehen und zu denen die umgefallenen Fässer farblich passen, dürfen nun bewegt werden, allerdings entscheidet immer derjenige Spieler, der die Kugel gerollt hat, wie in welcher Reihenfolge gezogen wird, denn besetzte Felder werden galant übersprungen, und so sind vergleichsweise weite Züge möglich, wenn etwas geschickt die Reihenfolge festgelegt wird. Danach ist der nächste Spieler dran, er erhält den Kugelschubser und baut die Fässer wieder auf. An Vorgaben muss er sich nicht halten, Hauptsache die Fässer stehen wieder in freien Löchern in der Spielplanmitte. Sobald ein Wikinger das Ende des Stegs erreicht und ins Wasser fällt, kommt es zu einer Wertung, wobei derjenige, der im Wasser planscht, leer ausgeht. Je nach Position auf dem Steg gibt es jetzt fette Beute und natürlich ist es genau diese Beute, die schlussendlich darüber entscheidet, wer sich bei Spielende als Sieger feiern lassen kann.

Alle für das „Kinderspiel des Jahres" nominierten Spiele sind empfohlen ab 6 Jahren. Die Jury hat damit wieder einmal die Verbindung geschaffen zwischen Kinderspiel und Familienspiel, denn diese nominierten Kinderspiel-Titel sind auch eine Spielfreude im Kreise von Erwachsenen. Kurzweilige Unterhaltung, kein abendfüllendes Programm, aber intelligent entwickelte Spielideen.
Wer allerdings wieder einmal leer ausging, waren jene Eltern, die sich gerne am Preisträger orientieren würden, allein die eigenen Kinder sind noch deutlich zu jung. Da muss wirklich noch etwas getan werden. Zwar decken die sieben Spiele, die die Jury auf einer eigenen Empfehlungsliste hervorgehoben hat, den gesamten Altersbereich ab drei Jahren ab, doch wie präsent ist denn bitte die Empfehlungsliste im Handel? Gerade im Kinderspielbereich ist es elementar, Kinder mit jenen Spielen auf dem Spieltisch zu erfreuen, die zu ihrem Alter passen. Hier begründet sich eine spätere Leidenschaft, Brettspiel als eine tolle Freizeitbeschäftigung zu empfinden. Deshalb ist es hier dringend geboten, mit gesonderten Aktionen, eigenen Plakaten, auf diese über die drei Nominierten hinaus als besonders empfehlenswert ausgewählten Titeln zu zeigen und sie dadurch nicht allein für die Eltern sondern auch für den Handel attraktiver zu machen. Dass nicht jedes Spiel ein Label bekommen soll, dies hat die Jury vor vielen Jahren geändert. Und das war eine richtige Entscheidung, die Labelflut am Regal hat seinerzeit nur Verwirrung gestiftet. Das heißt aber nicht, dass es allein reicht, Preisträger und die beiden weiteren Nominierten in den Fokus zu rücken. Die Empfehlungsliste verdient mehr Öffentlichkeit.

Die Wahl von „Tal der Wikinger" ist wunderbar. Es ist eins dieser Spaß-Spiele, in denen nur derjenige scheitern wird, der alles zu ernst nimmt. Die kurze Spieldauer lässt eine Revanche zu, wenn es mal nicht so gut läuft. Und genau darum geht es: dass ein Spiel dazu animiert, gespielt zu werden. Und das erfüllt „Tal der Wikinger" vorzüglich.

Herzliche Gratulation zum „Kinderspiel des Jahres 2019" an Wilfried und Marie Fort und den Haba Verlag, Bad Rodach.

Rainer Scheer

Stand: 11.07.2019

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