Film

Anemone

veröffentlicht am 16.11.2025 | Lesezeit: ca. 2 Min.

Filmstreifen

Filmstreifen, Foto © pixabay/geralt

Kinostart: 27.11.; Regie: Ronan Day-Lewis;
Darsteller: Daniel Day-Lewis, Sean Bean, Christian Lerch

Die Rente war sicher: Vor acht Jahren zog Daniel Day-Lewis, 68, sich aus dem Showgeschäft zurück. Mit drei Oscars (und ebenso vielen Nominierungen) im Rücken kann ein Künstler getrost aufs Altenteil. Für seinen 27-jährigen Sohn Ronan macht die britische Schauspiel-Ikone aber eine Ausnahme und übernimmt die Hauptrolle beim Kino-Erstling des Filius. Der erzählt in seinem Debüt die Geschichte von zwei entfremdeten Brüdern. Der eine, Ray (Daniel Day-Lewis), hat sich als traumatisierter IRA-Deserteur völlig isoliert ins abgeschiedene Waldleben zurückgezogen. Der andere, Jem (Sean Bean), kümmerte sich um die verlassene Schwägerin und den kleinen Neffen. Nun treffen die ungleichen Brüder aufeinander. So verschnarcht und hölzern, wie die Story klingt, so talentlos und einfallslos wird sie inszeniert. Bleischweres Botschaftskino, das von einem Klischee-Fettnäpfchen ins nächste taumelt. Elend langweilige Monologe werden durch einen nervtötenden Klangteppich verbunden. Theaterhaftes Getue, dem man zu keiner Sekunde die Glaubhaftigkeit abnimmt. Ein Drehbuch wie das berühmte Messer ohne Klinge, dem der Griff fehlt. Wie ein derartiges Projekt überhaupt finanziert werden konnte? Papi macht’s möglich. Was die Sache für den talentlosen Regisseur noch sehr viel peinlicher ausfallen lässt. Eigentlich müsste man fast schon Mitleid haben mit diesem Vitamin B-Künstler. Tatsächlich leid tun kann einem das Publikum, welches Eintrittsgeld und Zeit für diesen Filmschrott verschwendet hat. Zu seinen 194 Filmpreisen dürfte sich Daniel Day-Lewis nun wahrscheinlich noch die „Goldene Himbeere“ für den miserabelsten Film des Jahres aufs Wohnzimmer-Regal stellen. Wäre die Schauspiel-Ikone mal besser Rentner geblieben!
Dieter Oßwald

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