Film

Wake Up Dead Man: A Knives Out Mystery

veröffentlicht am 16.11.2025 | Lesezeit: ca. 2 Min.

Wake Up Dead Man - A Knives Out Mystery

Wake Up Dead Man - A Knives Out Mystery, Foto © Netflix

Kinostart: 27.11., Regie: Rian Johnson;
Darsteller: Daniel Craig, Josh O'Connor, Josh Brolin, Glenn Close

Ach was muss man oft von bösen Priestern hören oder lesen. Etwa vom jungen Priester Jud, der einen Diakon mit seinen Fäusten niederstreckt. Zur Strafe wird der Gottesmann in eine kleine Kirchengemeinde versetzt. Dort führt der dubiose Monsignore Jefferson Wicks das Zepter. Weil er seine Predigten gerne mit bitterbösen Beleidigungen schmückt, sind ihm die Schäfchen reihenweise davongelaufen. Viel mehr darf kaum erzählt werden. Dem filigran gesponnenen Whodunit-Geflecht aus falschen Fährten und Intrigen ergeht es beim Spoilern wie dem Soufflé bei geöffneter Backofentür. Deshalb nur so viel zur Story: Mitten im Gottesdienst geschieht ein Mord. Die örtliche Polizeichefin bittet Meisterdetektiv Benoit Blanc (Daniel Craig), bei der Aufklärung des mysteriösen Mordfalls behilflich zu sein. Humor ist bei „Knives“ traditionell die halbe Miete, was dem Starensemble sichtlich Spaß bereitet. Jenseits dieser Heiterkeit schimmert messerscharfe Gesellschaftskritik. Der Monsignore mutiert zu einem Hassprediger der übelsten Art. Gleichsam die gelungene Parodie auf jene echten rechten Influencer und fanatischen Populisten. „Make Satire Great Again“ lautet das Motto, sobald dieser Monsignore ins Bild tritt. Josh Brolin hat teuflisches Vergnügen an diesem bigotten Kirchen-Kotzbrocken. Dass er in seiner Beichte beim jungen Priester so permanent wie penetrant von seinen Selbstbefriedigungsfantasien erzählt, verleiht seinem Namen „Wicks“ für deutschsprachiges Publikum eine zusätzliche Comedy-Qualität. Selbst Netflix lässt „Knives“-Macher Rian Johnson nicht ungeschoren. Wie er den Streamer durch den Kakao zieht? Das sollte man am besten im Kino genießen!
Dieter Oßwald

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